Hessen streicht 10.000 Unterrichtsstunden – Proteste gegen Kürzungen an Gesamtschulen
Lukas HoffmannKrise um Schulfinanzierung vor Lokalwahlen - Hessen streicht 10.000 Unterrichtsstunden – Proteste gegen Kürzungen an Gesamtschulen
Im hessischen Landtag ist auf Initiative der Grünen und der FDP eine Sondersitzung einberufen worden, um über geplante Kürzungen an den Gesamtschulen des Landes zu debattieren. Im Mittelpunkt des Streits stehen Einsparungen bei den Unterrichtsstunden und der Finanzierung, die Kritiker als schädlich für die Schülerinnen und Schüler bewerten – insbesondere für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Trotz wachsender Proteste weigert sich die Landesregierung, ihre Entscheidung zu überdenken.
Betroffen sind Hessens 16 Integrierte Gesamtschulen (IGS), an denen ab dem Schuljahr 2026/2027 wöchentlich rund 10.000 Unterrichtsstunden gestrichen werden sollen. Dies entspricht etwa 400 Vollzeitstellen, wobei ein Drittel der Kürzungen auf Frankfurt, die Stadt Offenbach und den Kreis Offenbach entfällt. Zudem sind für diesen Zeitraum zusätzliche Einsparungen in Höhe von 37 Millionen Euro vorgesehen.
Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) verteidigte die Maßnahmen als notwendige "Anpassungen" und verwies auf eine Erhöhung des Bildungsetats um 400 Millionen Euro sowie die Schaffung von 350 neuen Vollzeitstellen. Die hessische Landesvertretung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verurteilte hingegen die Haltung der Regierung scharf und bezeichnete die Weigerung, auf die breite Kritik einzugehen, als inakzeptabel.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Moritz Promny, warnte, dass Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf die Hauptlast der Kürzungen tragen würden. Daniel May, bildungspolitischer Sprecher der Grünen, nannte die Pläne eine "Bildungspolitische Katastrophe" und betonte den Verlust dringend benötigter Unterrichtszeit. Die Änderungen sind vorerst auf ein Schuljahr befristet.
Die Kürzungen treten 2026/2027 in Kraft und reduzieren wöchentlich die Unterrichtsstunden sowie die Finanzierung an Hessens Gesamtschulen. Trotz der Proteste und Warnungen vor ungleichen Folgen hält die Landesregierung an ihrem Kurs fest. Die finalen Haushalts- und Personalanpassungen werden nun wie geplant umgesetzt.