05 June 2026, 18:57

Hünfeld ehrt langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik mit emotionalem Appell

Freiwilligendienst in Hünfeld - Parlamentsabend im Rathaus

Hünfeld ehrt langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik mit emotionalem Appell

Hünfelder Kommunalpolitiker ehren jahrelanges ehrenamtliches Engagement

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Im Kolpinghaus versammelten sich die städtischen Führungskräfte Hünfelds, um langjährige freiwillige Arbeit in der Kommunalpolitik zu würdigen. Die Veranstaltung markierte den Abschluss der Wahlperiode 2021–2026. Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Ratsvorsitzender Jürgen Bohl führten durch den parlamentarischen Abend, bei dem langgediente Ehrenamtliche ausgezeichnet wurden – doch auch Sorgen über einen Wandel im Umgang mit Demokratie kamen zur Sprache.

Im Mittelpunkt der Feier standen fünf Persönlichkeiten, die sich besonders für die lokale Politik engagiert haben: Karin Grosch, Udo Tischler, Reiner Wenzel, Uwe Walter und Michael Vogt erhielten die Ehrennadel der Stadt Hünfeld für ihr jahrzehntelanges, unentgeltliches Wirken in der Kommunalverwaltung.

Gleichzeitig wurden neue Amtsinhaber vorgestellt: Alexander Gradl, Pia Biedenbach und Annette Trapp übernahmen ehrenamtlich die Leitung ihrer Ortsbezirke, während Ingrid Braun zur Stadtältesten ernannt wurde. Die Veranstaltung war damit zugleich Abschied und Willkommen – ein Übergang von den ausscheidenden zu den neu gewählten Vertretern.

In seiner Rede wies Bohl auf eine besorgniserregende Entwicklung hin: Immer häufiger werde sachliche Debatte vermieden, notwendige Entscheidungen als „Schikane“ oder böswillige Absicht abgetan. Statt konstruktiver Mitgestaltung nehme die Kritik zu, während Eigeninteressen oft über das Gemeinwohl gestellt würden. Tschesnok entgegenete dem mit einem Appell an die Ehrenamtlichen, ihren Einsatz fortzusetzen – ihr Engagement sei für die Gesellschaft unverzichtbar.

Bohl betonte, wie wenig sichtbar oft die Arbeit in der Kommunalpolitik bleibe – obwohl sie von zentraler Bedeutung sei. Er bezeichnete das ehrenamtliche Engagement als einen unverzichtbaren Dienst an der Demokratie, der mehr Wertschätzung und Anerkennung verdiene.

Der Abend verband Dankbarkeit für geleistete Arbeit mit einem Aufruf, demokratische Werte zu stärken. Die Geehrten wurden für ihr langjähriges Wirken gefeiert, während die Verantwortlichen mahnten, negativen Haltungen entgegenzutreten. Die Botschaft zum Abschluss war klar: Die lokale Demokratie lebt vom Mitmachen – und vom gegenseitigen Respekt.

Quelle