Ifo-Indikator zeigt: Inflationserwartungen in Deutschland steigen stark an
Lukas HoffmannIfo-Indikator zeigt: Inflationserwartungen in Deutschland steigen stark an
Die Inflationserwartungen in Deutschland sind laut dem jüngsten Ifo-Preisindikator stark angestiegen. Der Indikator kletterte im März auf 25,3 Punkte – ein deutlicher Anstieg gegenüber 20,3 Punkten im Februar. Ökonomen warnen, dass die steigenden Kosten sich über mehrere Branchen hinweg ausbreiten, von der Industrie bis hin zu konsumnahen Dienstleistungen.
Der sprunghafte Anstieg der Preiserwartungen folgt auf einen starken Anstieg der Energiepreise, der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöst wurde. Die Preise für Rohöl, Gas und Strom sind deutlich gestiegen und treiben so die Produktions- und Transportkosten in die Höhe. Diese höheren Kosten werden nun an Waren und Dienstleistungen weitergegeben.
Besonders stark betroffen ist die Industrie: Hier stieg der Preisindikator von 13 auf 20 Punkte. Auch im Bausektor gab es einen deutlichen Anstieg – von 10 auf 20,2 Punkte. Noch stärker stiegen die Erwartungen im Bereich der konsumnahen Dienstleistungen, wo der Indikator von 25,1 auf 31,6 Punkte hochschnellte.
Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, wies darauf hin, dass Unternehmen die steigenden Kosten zunehmend an die Kunden weitergeben. Zudem betonte er, dass die hohen Energiepreise die Inflation voraussichtlich auch in den kommenden Monaten auf einem erhöhten Niveau halten werden.
Die aktuellen Ifo-Daten zeigen, dass sich in der deutschen Wirtschaft zunehmend Preisdruck aufbaut. Unternehmen in Schlüsselbranchen rechnen damit, dass die höheren Kosten bestehen bleiben – mit Auswirkungen auf Produzenten und Verbraucher gleichermaßen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Inflation noch monatelang ein Thema bleiben könnte.






