Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt tiefe Risse
Caren PaffrathJens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt tiefe Risse
Jens Spahn hat eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert. Bei der Abstimmung stimmten 167 Abgeordnete für ihn, doch fast ein Fünftel verweigerte die Unterstützung. Seine Wiederwahl erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an seiner Führung und früheren Entscheidungen als Gesundheitsminister.
Das Wahlergebnis zeigte 167 Stimmen für Spahn, 26 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Damit unterstützten ihn nur 80 Prozent der vollen 208-köpfigen Fraktion – trotz eines offiziellen Stimmenanteils von 86,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das Ergebnis unterstreicht die anhaltende Unzufriedenheit innerhalb der Union.
Spahns Kritiker verweisen auf seine Amtszeit als Gesundheitsminister, in der ihm vorgeworfen wurde, durch leichtsinnige Maskenbeschaffungen die Steuerzahler fast 6 Milliarden Euro gekostet zu haben. Auch seine Führung wurde infrage gestellt, etwa wegen des gescheiterten Kanzlerkandidatur-Prozesses und zurückgezogener Richterernennungen. Dennoch unterstützten viele in der Partei seine Wiederwahl mit dem Argument, Stabilität sei notwendig.
Das Ergebnis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Union in Umfragen hinter der rechtsextremen AfD liegt. Zudem setzt es Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz unter Druck, der nun möglicherweise mit einer Vertrauensfrage aus den eigenen Reihen konfrontiert wird.
Spahn bleibt zwar an der Spitze, doch die Abstimmung offenbart die Spaltungen innerhalb der CDU/CSU. Mit 26 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen ist seine Autorität nicht unangefochten. Das Ergebnis könnte Merz zwingen, die wachsende Unruhe in der Partei zu adressieren, bevor sie sich weiter verschärft.






