Karin Bergmann übernimmt künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele nach turbulentem Wechsel
Beatrix FiebigKarin Bergmann übernimmt künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele nach turbulentem Wechsel
Die Salzburger Festspiele haben Karin Bergmann zur neuen künstlerischen Leiterin ernannt. Sie übernimmt das Amt nach dem Ausscheiden von Markus Hinterhäuser Ende März. Der Wechsel erfolgt nach monatelangen Berichten über Konflikte und Vorwürfe einer toxischen Arbeitsatmosphäre.
Hinterhäuser verließ seine Position nach anhaltenden internen Streitigkeiten. Sein Abgang wurde weithin als umstritten beschrieben, wobei Kritiker auf ungelöste Spannungen verwiesen. Bergmann kritisierte später die mangelnde Transparenz bei seinem Rücktritt und bezeichnete ihn als ungeordnet.
Anders als bei üblichen Berufungen erhielt Bergmann die Stelle ohne formelle Bewerbung. Sie beschrieb ihr Verhältnis zu Hinterhäuser als rein beruflich – eine Aussage, die seiner früheren Bezeichnung von ihr als „liebe Freundin“ widerspricht.
Als künstlerische Leiterin plant Bergmann, das musikalische Programm der Festspiele stabil zu halten. Zudem will sie das Theaterangebot ausbauen. Darüber hinaus setzt sie sich für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Festspielrat ein. Obwohl sie Geschlechterquoten befürwortet, betont sie, dass die nächste Festspielleitung nach Fähigkeiten und nicht nach anderen Kriterien ausgewählt werden sollte.
Festspielpräsidentin Kristina Hammer wird bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli nicht sprechen. Ihre aktuelle Amtszeit endet Ende 2026, und ihre Position wurde bereits neu ausgeschrieben.
Bergmanns Führung beginnt mit klaren Zielen für die Zukunft der Festspiele: Sie strebt Stabilität an und will gleichzeitig vergangene Probleme angehen. Die Governance und künstlerische Ausrichtung der Festspiele bleiben unter genauer Beobachtung, während die Veränderungen greifen.






