Landkreistagspräsident Brötel zerpflückt Bundes-Hitzeschutzfonds als unzureichend
Stjepan HeinrichLandkreistagspräsident Brötel zerpflückt Bundes-Hitzeschutzfonds als unzureichend
Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistags, hat die Unterstützung der Bundesregierung für lokale Hitzeschutzmaßnahmen scharf kritisiert. Er wies die Aussagen von Bundesumweltminister Carsten Schneider zurück, wonach der 100-Milliarden-Euro-Sonderfonds für Klimaanpassung ausreiche, um die Bedürfnisse der Kommunen zu decken.
Schneider hatte zuvor betont, der Fonds stelle den Ländern und Gemeinden ausreichend Mittel zur Verfügung. Sein zufolge solle das Geld helfen, Hitzeaktionspläne zu entwickeln, Einrichtungen zu beraten sowie Gesundheits- und Katastrophenschutzmaßnahmen zu koordinieren.
Brötel widersprach vehement. Er bezeichnete den Sonderfonds als „Tropfen auf den heißen Stein“ und argumentierte, dass damit das Kernproblem der langfristigen Finanzierung nicht gelöst werde. Hitzeschutz sei eine dauerhafte Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge, die festes Personal, Planungssicherheit und kontinuierliche finanzielle Unterstützung erfordere.
Vor Ort werden bereits Schritte zur Anpassung unternommen: Kommunen setzen konkrete Maßnahmen um, etwa Hitzeaktionspläne oder gesundheitliche Koordinierungsstellen. Dennoch betonte Brötel, dass der Bundesfonds keine ausreichende kommunale Grundfinanzierung für diese essenziellen Aufgaben ersetzen könne.
Die Debatte zeigt die Kluft zwischen Bundesförderung und lokalem Bedarf. Zwar entwickeln die Kommunen weiterhin Anpassungsstrategien, doch Brötels Äußerungen deuten darauf hin, dass zusätzliche Ressourcen nötig sind. Die Diskussion über die Finanzierung des Hitzeschutzes bleibt damit vorerst ungelöst.
