19 June 2026, 12:10

Leipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für die Wärmewende

Warmwasser aus der Sonne

Leipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für die Wärmewende

Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig in Betrieb

Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, hat offiziell 13.200 Solarkollektoren an das Leipziger Netz angeschlossen. Die Anlage markiert einen wichtigen Schritt in der Wärmewende der Region.

Das Kraftwerk erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt. Es nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Marktführers Ritter sowie moderne Steuerungssysteme, die den Wasserfluss je nach Sonneneinstrahlung anpassen. Die erzeugte Wärme deckt im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Bedarfs und im Winter einen kleinen Anteil.

Solarthermie kann pro Hektar bis zu dreimal mehr Energie gewinnen als Photovoltaik, mit Wirkungsgraden von bis zu 75 Prozent – abhängig von Technologie und Aufbau. Studien des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigen, dass sie für industrielle Prozesswärme sogar kostengünstiger sein kann als fossile Brennstoffe.

Leipzigs Wärmewende umfasst weitere grüne Projekte, darunter eine „Power-to-Heat“-Anlage und Pläne, Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna ins städtische Netz zu leiten. Ähnliche Solarwärmeanlagen sind bereits in Dresden-Räcknitz, Potsdam, Mühlhausen und Greifswald in Betrieb und speisen Wärme in lokale Netze ein.

Trotz des Potenzials ist die neu installierte Solarwärmeleistung in Deutschland stark zurückgegangen: Nach knapp 500 Megawatt im Jahr 2022 sank die Kapazität auf 263 Megawatt (2023) und weiter auf 154 Megawatt (2024). Dieser Rückgang steht im Kontrast zu den 16.900 Megawatt neuer Photovoltaik-Leistung, die 2022 hinzukamen.

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Die Leipziger Anlage beweist die praktische Eignung von Solarthermie für die städtische Wärmeversorgung. Ihre Verknüpfung mit anderen Öko-Projekten unterstützt die langfristigen Energieziele der Stadt. Leistung und Skalierbarkeit des Systems könnten die künftige Verbreitung der Technologie in Deutschland beeinflussen.

Quelle