05 April 2026, 10:02

Mainz plant 2027 die Einführung der Gelben Tonne – doch Bürger zahlen die Zeche

Zwei gelbe und graue Recyclingcontainer mit Rädern stehen nebeneinander vor einem Gebäude mit einer Wand und einem Fenster.

Mainz plant 2027 die Einführung der Gelben Tonne – doch Bürger zahlen die Zeche

Mainz treibt die Pläne für die Einführung der "Gelben Tonne" zur Verpackungsabfallentsorgung bis 2027 weiter voran. Der Schritt folgt auf jahrelange Debatten, rechtliche Auseinandersetzungen und Bedenken wegen Müllproblemen während der Abholung. Für die Bürger könnte dies jedoch zusätzliche Kosten und mehr Handarbeit bedeuten, falls der neue Entsorger seine Dienstleistungen einschränkt.

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Die Stadt hatte bereits 2019 beschlossen, das System der Gelben Tonne einzuführen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren und das Recycling zu verbessern. Doch das Vorhaben stockte, nachdem ein Verwaltungsgericht den Plan blockierte. Das Gericht urteilte, dass das vorgesehene Vollservice-Modell – bei dem Mitarbeiter die Tonnen abholen und zurückbringen – den gesetzlichen Anforderungen nicht entspreche. Seitdem setzt Mainz weiterhin auf Gelbe Säcke, die bei der Abholung häufig reißen und alle zwei Wochen die Straßen vermüllen.

Der aktuelle Entsorgungsvertrag mit dem Unternehmen BellandVision läuft bis Ende 2024, doch eine Verlängerung oder ein neuer Vertrag stehen noch aus. Das Unternehmen lehnt das Tonnensystem ab und argumentiert, dies führe zu einer schlechteren Mülltrennung und mehr Restmüll. Eine Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2018 ergab, dass Bürger mit Säcken jährlich fast neun Kilogramm Abfall falsch entsorgen – bei Tonnen seien es sogar 17 Kilogramm.

Um den Prozess neu zu starten, hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) eine überarbeitete Rahmenrichtlinie erlassen. Damit soll ein Entsorger gefunden werden, der bereit ist, das Tonnensystem umzusetzen – allerdings bleibt unklar, welcher Serviceumfang schließlich geboten wird. Falls der neue Auftragnehmer keinen Vollservice anbietet, müssten die Bürger ihre Tonnen selbst an den Straßenrand bringen und nach der Leerung wieder zurückrollen.

Die Kosten könnten zudem für Eigentümer steigen, abhängig von den im endgültigen Vertrag enthaltenen Leistungen. Die Stadt plant weiterhin, das System am 1. Januar 2027 einzuführen – vorausgesetzt, es wird bis dahin ein geeigneter Entsorger gefunden.

Ziel des Wechsels zur Gelben Tonne ist es, gerissene Säcke und Vermüllung während der Abholung zu verringern. Ohne Vollservice-Verträge könnten die Bürger jedoch gezwungen sein, die Tonnen selbst zu handhaben und höhere Gebühren zu zahlen. Die nächsten Schritte der Stadt hängen davon ab, ob bis zum Starttermin 2027 ein passender Entsorgungspartner gewonnen wird.

Quelle