29 April 2026, 04:04

Marathon-Theater: Warum Deutsche sieben Stunden Wallenstein feiern

Großer Zuschauerraum mit Sitzreihen, Projektionsbildschirm und Bühnenobjekte, beleuchtet von Wandlampen.

Marathon-Theater: Warum Deutsche sieben Stunden Wallenstein feiern

Deutsches Theater und die Liebe zu Mammutinszenierungen

Seit Langem hat das deutsche Theater marathonlange Aufführungen in sein Repertoire aufgenommen – von monumentalen Stücken bis hin zu opulenten Inszenierungen. Das diesjährige Berliner Theatertreffen führt diese Tradition fort und präsentiert eine siebenstündige Fassung von Wallenstein: Ein Festspiel des Krieges in sieben Gängen. Das Publikum wird erneut herausgefordert, sich auf diese ultra-langen Vorstellungen einzulassen.

Der Trend zu ausufernden Aufführungen setzte sich in den 1970er- und 1980er-Jahren durch, angetrieben vom Aufstieg des Regietheaters. Ein Meilenstein war Robert Wilsons Einstein on the Beach, das 1976 uraufgeführt wurde und vier bis fünf Stunden dauerte. Jahrzehnte später sprengte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele 1999 mit einer Spieldauer von zwölf Stunden alle Grenzen.

In diesem Jahr bringen die Münchner KammerspieleWallenstein zum Theatertreffen, das vom 1. bis 17. Mai stattfindet. Die Karten waren schnell ausverkauft – ein Beweis für die anhaltende Faszination solcher anspruchsvollen Produktionen. Unterdessen bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuauflage von Peer Gynt vor, dessen erster Teil einst allein acht Stunden dauerte.

Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Theatertreffens, erlebte ihre erste ultra-lange Inszenierung im Jahr 2007. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spielzeiten statistisch, doch die Tradition des Marathon-Theaters bleibt tief in der deutschen Kulturlandschaft verwurzelt.

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Die Aufnahme von Wallenstein in das Festivalprogramm unterstreicht, wie deutsche Bühnen weiterhin die Ausdauer des Publikums auf die Probe stellen. Die hohe Nachfrage nach Karten zeigt: Viele Theaterbesucher nehmen die Herausforderung nach wie vor gerne an. Der Trend verliert nicht an Schwung – im Gegenteil: Spielstätten setzen weiterhin auf ambitionierte Langzeitprojekte und holen sie auf die Bühne zurück.

Quelle