Milliarden für Wasserstoff verpufft: Warum Deutschlands Strategie scheitert
Stjepan HeinrichMilliarden für Wasserstoff verpufft: Warum Deutschlands Strategie scheitert
Deutschlands Wasserstoff-Strategie stockt: Milliarden an Subventionen bleiben ungenutzt
Die Bemühungen Deutschlands, Wasserstoff als Energieträger der Zukunft zu etablieren, haben schwere Rückschläge erlitten. Trotz ehrgeiziger Pläne stocken zentrale Projekte wegen schwacher Nachfrage und hoher Kosten – und Milliarden an Steuergeldern blieben ungenutzt. Kritiker fragen zunehmend, ob die Mittel sinnvoll eingesetzt wurden.
Die Bundesregierung hatte bis 2025 fast 142 Millionen Euro für die Wasserstoffforschung bereitgestellt. Davon wurde zwar mehr als die Hälfte abgerufen, doch andere Förderprogramme scheiterten weitgehend. Ein mit 120 Millionen Euro ausgestattetes Programm zum Bau von Elektrolyseuren kam lediglich auf eine Auszahlung von 4,1 Millionen Euro.
Noch schlechter lief es bei den Subventionen für Wasserstofftankstellen. Von den zwischen 2018 und 2025 zugesagten 61 Millionen Euro flossen nur 16,3 Millionen Euro – 9 Millionen Euro mussten sogar zurückerstattet werden, weil geplante Projekte nicht realisiert wurden. Das Programm wurde inzwischen eingestellt, obwohl lediglich 20 der geplanten 100 Tankstellen gebaut wurden.
Den Schwerpunkt der deutschen Wasserstoffstrategie bildet nach wie vor die Industrie. Derzeit entsteht ein neues Kernnetz, um Fabriken und Großverbraucher zu versorgen. Experten zweifeln jedoch daran, dass Wasserstoff für die Wärmeversorgung von Häusern oder als Kraftstoff für Autos wirtschaftlich sinnvoll wird – die Produktionskosten sind einfach zu hoch.
Auch in Bayern blieben große Teile der Landesmittel für Wasserstoff ungenutzt. Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für die Fehlsteuerung der Gelder verantwortlich. Sie werfen ihm vor, ineffiziente Projekte gefördert und damit öffentliche Mittel verschwendet zu haben.
Deutschland wird auch künftig stark auf Wasserstoffimporte angewiesen sein – ähnlich wie heute bei Erdgas. Da die Nachfrage im Verkehrs- und Wärmesektor gering bleibt, konzentriert sich die Strategie weiter auf industrielle Anwendungen. Die zögerliche Entwicklung wirft jedoch Zweifel an der Eignung von Wasserstoff als flächendeckende Energielösung auf.






