Münchner Philharmoniker setzen auf bayerische Tradition mit Lahav Shani
Emma KochMünchner Philharmoniker setzen auf bayerische Tradition mit Lahav Shani
Die Münchner Philharmoniker haben ihr Programm für die Spielzeit 2026/27 vorgestellt – mit einem Fokus auf Einheit und internationale Zusammenarbeit. Nach vergangenen Kontroversen betont das Orchester nun die enge Verbindung zu seinem neuen Musikdirektor Lahav Shani. Die Kampagne begrüßt ihn mit einem herzlichen bayerischen "Servus!", statt auf einen multikulturellen Ansatz zu setzen.
Diese Entscheidung steht im Kontrast zu Berlins weltoffenem "Welcome!" für Simon Rattle vor einigen Jahren. Sie spiegelt auch Münchens Vorliebe wider, ausländische Einflüsse mit lokalen Traditionen zu verbinden – ein Phänomen, das oft als "Bayernkult" bezeichnet wird.
Die Öffentlichkeitsarbeit des Orchesters verlief nicht immer reibungslos. Bei früheren Führungswechseln gab es Spannungen, insbesondere als Shani von einem großen Festival ausgeschlossen wurde. Kritiker nannten diesen Schritt rücksichtslos gegenüber Künstlern und spaltend für das Ensemble. Nun präsentiert die Philharmonie ihre Beziehung zu Shani als langjährige Freundschaft und musikalische Partnerschaft.
Das neue Spielzeitprogramm legt besonderen Wert auf gesellschaftliches Engagement und Publikumsnähe. Shanis Rolle wird dabei als natürliche Passform dargestellt – trotz früherer Auseinandersetzungen. Münchens kultureller Ansatz bleibt indes eigenwillig: Fremde Einflüsse werden durch eine bayerische Brille gefeiert. Selbst Prominente wie Ministerpräsident Markus Söder pflegen diese Mischung und genießen gelegentlich einen "Söder-Döner" – eine Hommage an die deutsch-türkische Küche.
Unterdessen dirigierte Simon Rattle kürzlich in Bremen die "Symphonic Hoagascht", ein volksmusikinspiriertes Konzert. Die Veranstaltung erinnerte an seinen früheren Empfang in Berlin, wo ihn die Berliner Philharmoniker mit einem inklusiven "Welcome!" willkommen hießen – ein deutlicher Gegensatz zu Münchens "Servus!"-Kampagne für Shani.
Mit der neuen Spielzeit will die Münchner Philharmonie die früheren Kontroversen hinter sich lassen und die Zusammenarbeit mit Shani in den Vordergrund stellen. Die Entscheidung für "Servus!" statt einer multikulturellen Begrüßung entspricht der allgemeinen Kulturstrategie der Stadt. Ob dieser Ansatz mehr Offenheit fördert oder lokale Traditionen verstärkt, wird sich in den kommenden Spielzeiten zeigen.






