Münsters zwei Gesichter: Stille im Stadtbad, Jubel im Preußenstadion
Paul FischerMünsters zwei Gesichter: Stille im Stadtbad, Jubel im Preußenstadion
Ein Morgen im Münsteraner Stadtbad Mitte bietet eine Mischung aus besinnlicher Ruhe und lebhafter Energie. Das restaurierte Backstein- und Glas-Schwimmbad, durchflutet von natürlichem Licht, steht in krassem Kontrast zur tosendem Begeisterung eines Fußballspiels im Preußenstadion am späteren Nachmittag. Beide Orte zeigen auf ihre Weise den lebendigen Geist der Stadt.
Im Inneren des Stadtbad Mitte gleiten Schwimmer durch drei Doppelbahnen unter hohen Decken. Vogelskulpturen umkreisen eine zentrale Säule und verleihen dem hellen, luftigen Raum eine künstlerische Note. Ich geselle mich zu neun anderen Bahnenziehern, bevor ich mich in der Backsteingrotte abkühle. In der Nähe springen Kinder abwechselnd vom Drei-Meter-Brett, ihre Klatscher hallen über das flache Beckenende.
Später steige ich in den Gästeblock des Preußenstadions, während die Vorfreude in der Luft liegt. Ein kleiner Junge in meiner Reihe schwenkt seinen blau-weißen Schal, seine Aufregung wächst mit jeder Minute bis zum Anpfiff. Die 95-minütige Partie entfaltet sich mit unerbittlicher Leidenschaft, die Jubelrufe der Fans verebben nie. Als der Schlusspfiff ertönt, steht derselbe Junge triumphierend da, die Arme über der jubelnden Menge erhoben.
Der Tag wechselt von der Gelassenheit eines historischen Schwimmbads zur elektrisierenden Atmosphäre eines Fußballstadions. Beide Orte verkörpern Münsters Mischung aus Tradition und Begeisterung. Das Schwenken des Schals und der finale Jubel des Jungen werden zu kleinen, aber unvergesslichen Momenten im täglichen Rhythmus der Stadt.






