NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Heinz-Walter Koch IINDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin des Reportageformats "Klar" abberufen. Die Entscheidung fällt nach drei Folgen, die Ruhs für den Sender moderiert hatte – alle waren zuvor von der NDR-Redaktion abgesegnet worden. Ruhs, die sich selbst als konservativ-bürgerlich einordnet, wird sich künftig auf ihre Moderation der Sendung für den Bayerischen Rundfunk (BR) konzentrieren, während Tanit Koch die NDR-Folgen übernimmt.
Der Schritt hat eine Debatte ausgelöst, an der sich Prominente wie Oliver Welke und die Komikerin Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse bzw. Bosetti) beteiligt haben.
Ruhs war zu "Klar" gestoßen, nachdem sie beim BR innerhalb von nur drei Jahren vom Ehrenamt zur Moderatorin aufgestiegen war. Noch vor ihrer Tätigkeit beim NDR hatte sie öffentlich die von ihr sogenannte "links-grüne Meinungshoheit" in den Medien kritisiert. Ihr 2023 erschienenes Buch "Links-grüne Meinungsmacht: Die Spaltung unseres Landes" sowie ein Vortrag für die CSU Bad Tölz über Medienbias und Algorithmus-Blasen hatten bereits für Aufmerksamkeit gesorgt.
Die Trennung des NDR von Ruhs erfolgte, nachdem sie drei Folgen für den Sender moderiert hatte – alle waren redaktionell abgenommen worden, doch der Sender entschied sich gegen eine weitere Zusammenarbeit als Hauptmoderatorin. Tanit Koch wird nun die NDR-Teile von "Klar" übernehmen, während Ruhs beim BR bleibt.
Die Entscheidung löste öffentliche Reaktionen aus. Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, kritisierte den Schritt des NDR und argumentierte, öffentlich-rechtliche Sender müssten mehr Meinungsvielfalt aushalten. In seiner Sendung zeigte er einen Ausschnitt aus einem Interview, das Ruhs dem Magazin "Cicero" gegeben hatte, in dem sie sagte: "Selbst einige meiner Freunde haben durchaus recht konservative Ansichten." Welke kommentierte, der NDR hätte Ruhs behalten sollen, und fügte hinzu: "Wir müssen alle mehr aushalten können."
Die Komikerin Idil Baydar (Bosetti) verteidigte hingegen in derselben Sendung die Entscheidung des NDR. Ruhs' Herangehensweise bezeichnete sie als "Populismus und schlechten Journalismus". Ruhs selbst reagierte auf X (ehemals Twitter) und nannte die Berichterstattung der heute show"etwas gemein, aber sehr lustig" – zugleich räumte sie ein, die Sendung habe "zusammengefasst, was letzte Woche bei der ARD passiert ist".
Während Ruhs "Klar" nicht mehr für den NDR präsentieren wird, bleibt sie beim BR. Koch übernimmt ihre Rolle in den NDR-Folgen. Die Diskussion um die Personalentscheidung spiegelt die anhaltende Debatte über politische Ausgewogenheit und redaktionelle Standards im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wider.






