Niedersachsen setzt auf tiefe Geothermie – neue Karten zeigen heiße Potenziale unter der Erde
Stjepan HeinrichNiedersachsen setzt auf tiefe Geothermie – neue Karten zeigen heiße Potenziale unter der Erde
Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen an Fahrt – Kommunen, Versorger und Industrie suchen saubere Alternativen
Das ungenutzte Potenzial der Region hat neue Anstrengungen ausgelöst, um die Erkundung zu vereinfachen und Risiken zu minimieren. Eine kürzlich veröffentlichte Kartenserie soll nun helfen, die besten Standorte für Bohrungen zu identifizieren.
Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD), Teil des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), hat eine detaillierte Kartenserie veröffentlicht, um die Entwicklung der Geothermie zu fördern. Im Mittelpunkt steht die Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, wo über 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten in Tiefen von bis zu 2.600 Metern lagern. Diese Schichten enthalten wasserdurchlässige Sandsteine, die thermisches Wasser mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius speichern können.
Tiefe Geothermieanlagen erfordern in der Regel Bohrungen von mehr als 400 Metern, wobei die meisten deutschen Geothermiebohrungen zwischen 2.000 und 3.500 Meter tief reichen. Die Technologie funktioniert, indem heißes Wasser aus den Sandsteinschichten gefördert und dessen Wärme über Wärmetauscher an der Oberfläche genutzt wird. Trotz des großen Potenzials haben hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken den Fortschritt in Norddeutschland bisher gebremst.
Die neuen Karten bieten Planern, Unternehmen und lokalen Behörden ein Werkzeug, um vielversprechende Bohrstandorte präzise zu lokalisieren. Online abrufbar, sollen sie die Unsicherheit verringern und die Projektentwicklung beschleunigen. Behörden hoffen, dass dies die Geothermie zu einem zentralen Baustein der Energiewende in Niedersachsen macht.
Die Kartenserie ebnet den Weg für Geothermieprojekte in der Region. Durch die Reduzierung von Planungsrisiken könnte sie mehr Investitionen in einen Sektor anziehen, der für die energetische Zukunft Niedersachsens als entscheidend gilt. Der nächste Schritt hängt davon ab, wie schnell Kommunen und Unternehmen die Daten nutzen, um neue Bohrinitiativen zu starten.






