NRW-Polizei startet digitale Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Kompetenzen bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Unter dem Namen „Digitale Streife“ wird der Einsatz von Open Source Intelligence (OSINT) in der Strafverfolgung systematisch erweitert. Dazu gehören neue Schulungsprogramme, zusätzliche Personalstellen sowie spezialisierte Einheiten, die schnell auf dynamische politische Entwicklungen reagieren sollen.
Bei OSINT geht es um die systematische Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten – vor allem aus sozialen Medien. Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat sein OSINT-Team deutlich ausgebaut: War es früher nur mit zwei Mitarbeitern besetzt, umfasst die Abteilung heute 16 Fachkräfte, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.
Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2 des LKA, die sich mit OSINT bei politisch motivierter Kriminalität befasst. Sein Team ist in den vergangenen Jahren gewachsen, unter anderem durch Beamte wie Laura Ellrich. Die 28-Jährige stieg 2022 in den Staatsschutz ein und wechselte Ende 2025 in Coenens Einheit.
Im Rahmen der „Digitalen Streife“ stellte das LKA zehn neue Beamte ein, sechs davon für Coenens Team. Insgesamt sind nun fast 100 weitere Polizisten in sechs Staatsschutzbehörden des Landes in OSINT-Arbeit eingebunden. Diese Einheiten liefern bei dringenden Einsätzen mit Bezug zu politischen Vorgängen schnelle Rechercheunterstützung.
Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, 37, Regierungslehrer an der Landesschule für Polizei in Neuss, verantwortet die Schulung der neuen LKA-Mitarbeiter und der Beamten in den „Digitalen Streifen“-Einheiten. Das von ihm mitentwickelte Online-Programm stellt sicher, dass alle Teilnehmer ein einheitliches OSINT-Niveau erreichen – und dabei stets die rechtlichen Grenzen einhalten.
Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten in Nordrhein-Westfalen markiert einen Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der Polizei. Durch strukturierte Schulungen, mehr Personal und spezialisierte Teams ist die Behörde besser gerüstet, um digitale Bedrohungen zu bekämpfen. Ziel der Initiative ist es, die Beamten rechtlich abzusichern und gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Erfassung und Analyse öffentlich zugänglicher Daten zu verbessern.






