11 May 2026, 10:03

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Eine detaillierte Plakatillustration eines deutschen Krankenhauses, das Gebäude mit Fenstern, Türen und Balkonen zeigt, begleitet von Text, der seine Größe, Lage und Merkmale beschreibt.

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps – die schwerste Krise seit 31 Jahren

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das deutsche Pflegeversicherungssystem ächzt unter massivem Finanzdruck und steuert auf die tiefste Krise seit seiner Einführung vor 31 Jahren zu. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt, dass steigende Kosten und ausstehende Zahlungen das System an den Rand des Zusammenbruchs treiben.

Die Pflegekassen geben mittlerweile deutlich mehr aus, als sie einnehmen. Die Eigenanteile der Versicherten sind bereits an ihre Belastungsgrenze gestoßen, doch die Bundesländer kommen ihrer Pflicht nicht nach, Investitionskosten in Pflegeheime zu übernehmen. Würden sie dies tun, könnten die Bewohner im Schnitt rund 500 Euro im Monat sparen.

Auch der Bund schuldet dem System noch 5 Milliarden Euro aus unbezahlten COVID-19-Kosten. Zudem wurden in diesem Jahr rund 10 Milliarden Euro nicht erstattet – Geld, das eigentlich für Rentenbeiträge von pflegenden Angehörigen vorgesehen war. Warken räumt ein, dass die Pflegeversicherung von Anfang an nie darauf ausgelegt war, die vollen Kosten der Langzeitpflege zu decken.

Bis Mitte Mai will die Ministerin einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorlegen. Doch die Prognosen sind düster: Für die Jahre 2027 und 2028 erwartet sie ein kumuliertes Defizit von 22,5 Milliarden Euro. Die finanzielle Schieflage gefährdet nicht nur die Bezahlbarkeit, sondern auch die Stabilität eines Systems, das als zentraler Baustein der sozialen Sicherung in Deutschland gilt.

Ohne schnelle und entschlossene Maßnahmen wird die Pflegeversicherung weiter in die roten Zahlen rutschen. Die Regierung muss die ausstehenden Schulden begleichen und die Kostenexplosion bremsen, um die Belastung für Versicherte und das System selbst zu verringern. Warkens anstehender Reformvorschlag wird entscheidend sein, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle