17 March 2026, 04:03

Pharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch Apotheken kämpfen um Überleben

Apothekeneingang mit einem "Apotheke"-Schild links, einer Tafel mit Text rechts, beleuchteten Lampen oben und Hintergrundobjekten.

Pharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch Apotheken kämpfen um Überleben

Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in Deutschland: Rasantes Wachstum, aber ungelöste Finanzierungsprobleme

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Seit der Einführung im Jahr 2012 hat das deutsche Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) einen rasanten Aufschwung erlebt. Die jährlichen Leistungen stiegen von etwa fünf Millionen auf über 100 Millionen bis Mitte der 2020er-Jahre. Doch trotz dieses Booms kämpfen viele Apotheken weiterhin damit, kostendeckend zu arbeiten – insbesondere bei zentralen Angeboten wie Bluthochdruck-Risikobewertungen.

Das pDL-Programm sollte die Patientenversorgung durch Medikamenten-Therapiemanagement und Beratungen verbessern. Bis Mitte der 2020er-Jahre erbrachten Apotheken jährlich über 100 Millionen dieser Leistungen – ein Zwanzigfaches im Vergleich zu den Anfangsjahren. Dennoch bleibt die finanzielle Tragfähigkeit eine der größten Hürden.

Bluthochdruck-Checks oft defizitär Für jede Risikobewertung bei Hypertonie erhalten Apotheken netto 11,20 Euro – ein Betrag, der mehr als die Hälfte aller Apotheken in die Verlustzone drängt. Nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, mit diesen Untersuchungen Gewinne zu erzielen. Die Freie Apothekerschaft (FA) betont, dass Apotheken zwar über das nötige Fachwissen für pDL-Leistungen verfügen, die aktuellen Vergütungssätze die Kosten jedoch häufig nicht decken.

Personalmangel, Bürokratie und Platznot als zusätzliche Belastungen Neben den finanziellen Problemen sehen sich Apotheken mit Personalengpässen, hohem Verwaltungsaufwand und strengen räumlichen Vorgaben konfrontiert. Berufsübergreifende Spannungen verschärfen die Lage weiter. In der Folge bleibt ein mit 537 Millionen Euro dotierter Topf für pDL-Leistungen weitgehend ungenutzt. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun höhere, nachhaltige Vergütungen, um die Angebote flächendeckend zu sichern.

Politik unter Zugzwang – sonst droht der Rückzug vieler Apotheken Die Politik steht unter Druck, das System anzupassen. Ohne Reformen warnen Experten, dass viele Apotheken ihre pDL-Angebote reduzieren oder ganz einstellen könnten.

Fazit: Mehr Patientenversorgung, aber ungewisse Zukunft Das pDL-Programm hat den Zugang zu wichtigen Apothekenleistungen erweitert. Doch finanzielle und operative Hindernisse gefährden seinen Fortbestand. Anpassungen bei Vergütung und Arbeitsbedingungen sind nötig, um die Angebote langfristig in ganz Deutschland zu erhalten. Ohne Kurskorrektur droht, dass die ungenutzten 537 Millionen Euro brachliegen – und damit auch potenzielle Vorteile für Patienten.

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