Polens Spritpreis-Deckel lockt deutsche Autofahrer über die Grenze
Beatrix FiebigPolens Spritpreis-Deckel lockt deutsche Autofahrer über die Grenze
Deutschland hat eine neue Regelung für Tankstellen eingeführt: Preiserhöhungen sind nun auf einmal täglich zur Mittagszeit begrenzt. Die Maßnahme soll starke Preisschwankungen eindämmen und die Kraftstoffkosten für Autofahrer transparenter gestalten. Unterdessen haben die kürzlich in Polen eingeführten Höchstpreise für Sprit bereits spürbare Unterschiede bei den Kosten zwischen beiden Ländern verursacht.
Die polnische Regierung legte am 26. März 2024 maximale Kraftstoffpreise fest: Ein Liter Normalbenzin darf nicht mehr als 6,16 Złoty (etwa 1,44 Euro) kosten, Superbenzin ist auf 6,76 Złoty (1,58 Euro) und Diesel auf 7,60 Złoty (1,77 Euro) begrenzt. Der Schritt erfolgte nach einem Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Konflikts, der die Spritkosten für Autofahrer in die Höhe trieb.
Seit Inkrafttreten der Preisobergrenzen ist Kraftstoff in Deutschland im Vergleich zu Polen teurer geworden – besonders in den Grenzregionen. Wirtschaftsexperten prognostizieren bis Anfang 2026, dass immer mehr deutsche Pendler zum Tanken nach Polen fahren, was zu einem Boom des sogenannten "Sprit-Tourismus" führt. Besonders betroffen sind Grenzgebiete wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo der Handel von lokalen Tankstellen abwandert.
Durch die Preisdifferenz wird mit stärkerem Verkehr an den Grenzübergängen gerechnet, vor allem über das Osterwochenende. Auch Deutschland hat die Preisregeln angepasst, um die Kosten zu stabilisieren, doch für Autofahrer bleibt der Unterschied eklatant.
Dank der polnischen Preisdeckel ist Sprit dort deutlich günstiger als im Nachbarland Deutschland. Die politische Maßnahme hat bereits zu mehr grenzüberschreitenden Fahrten zum Tanken geführt. Mit der neuen deutschen Preispolitik werden sich die langfristigen Auswirkungen auf den Kraftstoffhandel und die Verkehrsströme in den kommenden Monaten wahrscheinlich deutlicher zeigen.






