Preisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen Ticket-Erhöhungen
Moritz MüllerPreisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen Ticket-Erhöhungen
Mails La Scala erhöht zum ersten Mal seit zehn Jahren die Ticketpreise – und löst damit scharfe Kritik aus, vor allem bei den langjährigen Stammgästen in den oberen Rängen, den sogenannten Loggionisti. Diese bezeichnen die Änderungen als „Gentrifizierung der Scala“.
Betroffen sind 36 Plätze in der zweiten Galerie, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Abo-Karten, die einst 800 Euro kosteten, schlagen nun mit 1.050 Euro zu Buche. Im Schnitt fallen die Erhöhungen jedoch moderat aus: Ein Platz in der Galerie wird in der Spielzeit 2026/27 durchschnittlich 46,94 Euro kosten – nur 1,48 Euro mehr als bisher.
Während der Premiere von Giuseppe Verdis Carmen spitzte sich der Protest zu: Aus den oberen Rängen regnete es Flugblätter, die gegen die Preissprünge wetterten. Die Leitung der Scala wiegelt ab und betont, es handele sich nur um eine begrenzte Anzahl an Plätzen.
Das Opernhaus ist ohnehin bereits das teuerste Europas – nur die Salzburger Festspiele verlangen noch höhere Preise. Als Gründe für die Anpassung führt die Direktion anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern sowie die geplante Verlegung einer Werkstatt an. Intendant Fortunato Ortombina versprach, unter seiner Führung werde es keine weiteren Erhöhungen geben.
Die Preiserhöhung hat unter den treuen Fans der Scala Wut ausgelöst. Zwar bleibt das Haus profitabel, doch die Kosten steigen. Solange Ortombina im Amt ist, sind jedoch keine weiteren Anpassungen zu erwarten.






