02 April 2026, 08:03

Preisvergleich: Apotheken vor Ort vs. Online-Anbieter – wo lohnt sich der Kauf?

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das besagt: "19 Millionen Amerikaner sparen geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneimittelkosten."

Preisvergleich: Apotheken vor Ort vs. Online-Anbieter – wo lohnt sich der Kauf?

Eine aktuelle Untersuchung von NDR Markt hat die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente sowie die Serviceleistungen von stationären Apotheken und Online-Anbietern verglichen. Die Studie analysierte drei Anbieter: traditionelle Apotheken vor Ort, Shop Apotheke und DocMorris. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede bei den Kosten, der Bequemlichkeit und dem Zugang zu fachkundiger Beratung.

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Während Online-Händler zwar günstigere Preise boten, hatten Kunden Schwierigkeiten, Berater für eine individuelle Beratung zu erreichen.

Für den Test wurde ein standardisierter Medikamenten-Warenkorb – bestehend aus Voltaren, Vomex A und Iberogast – bei jedem Anbieter erworben. In der Hamburger Elefanten-Apotheke belief sich die Gesamtkosten auf 53,38 Euro, aufgeschlüsselt in 30,48 Euro für Voltaren, 8,95 Euro für Vomex A und 13,95 Euro für Iberogast. Dieselben Medikamente waren online um 15,18 Euro günstiger erhältlich.

Sowohl Shop Apotheke als auch DocMorris ermöglichten den direkten Kauf ohne verpflichtende Beratungsgespräche. Wichtige Hinweise, etwa zu Dosierungen oder Nebenwirkungen, waren jedoch oft erst unter dem Bestellbutton zu finden. Zwar gab es Sicherheitsmechanismen bei ungewöhnlich großen Bestellmengen, doch grundlegende Informationen wurden nicht prominent angezeigt.

Der Zugang zu Beratung gestaltete sich in der Präsenzapotheke deutlich einfacher: Vor Ort stand das Personal sofort für Fragen zur Verfügung. Online war der Prozess weniger unkompliziert. Bei Shop Apotheke mussten Kunden sieben Minuten auf eine Verbindung zu einem Berater warten, während DocMorris überhaupt keine Video-Sprechstunde anbot.

Die Lieferzeiten für Online-Bestellungen betrugen im Schnitt zwei Werktage – eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren. DocMorris unterbot Shop Apotheke beim gleichen Warenkorb um 44 Cent. Online-Apotheken bearbeiteten zudem mehrere Bestellungen parallel, was die Wartezeiten verkürzte. Dennoch boten stationäre Apotheken nach wie vor ausführlichere und persönlichere Beratungsgespräche.

Umfragedaten zeigten eine klare Präferenz für lokale Apotheken: Jeder zweite Befragte bevorzugte sie wegen der besseren Erreichbarkeit und des direkten Kundenkontakts. Branchenzahlen für 2025 prognostizieren einen Anstieg der Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten um 6,7 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro – trotz stabiler Packungsverkäufe. Der Absatz rezeptfreier Medikamente sank hingegen um 4,2 Prozent, während die Umsätze bei 6,6 Milliarden Euro stagnierten. Bevorstehende regulatorische Änderungen könnten die Online-Preise aufgrund höherer Versand- und Dokumentationskosten um 10 bis 12 Prozent steigen lassen.

Die Studie verdeutlicht den Zielkonflikt zwischen Kosten und Service: Online-Apotheken bieten günstigere Medikamente und schnellere Lieferungen, doch der Zugang zu Fachberatung bleibt schwierig. Stationäre Apotheken sind zwar teurer, bieten dafür aber sofortige und individuelle Unterstützung.

Angesichts der anstehenden Regulierungsanpassungen könnten Verbraucher bald mit höheren Online-Preisen konfrontiert werden. Die Entscheidung zwischen Bequemlichkeit und Beratung wird letztlich von den persönlichen Prioritäten abhängen.

Quelle