14 June 2026, 14:02

Proteste gegen neue Wehrpflicht: Linke ruft zum Widerstand gegen Musterung auf

"Unfollow Bundeswehr"

Proteste gegen neue Wehrpflicht: Linke ruft zum Widerstand gegen Musterung auf

Seit Jahresbeginn müssen alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, einen Fragebogen zur militärischen Erfassung ausfüllen. Die Linke veranstaltete kürzlich ein Festival gegen die Wehrpflicht, bei dem Redner die neue Regelung kritisierten und zum Widerstand aufriefen.

Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel der Registrierungspflichtigen das Formular noch nicht ausgefüllt. Wer der Pflicht nicht nachkommt, muss mit Bußgeldern rechnen. Die Veranstaltung zog vor allem junge Menschen an, von denen viele freiwillig teilnahmen.

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, fragte die Anwesenden, ob sie aus freiem Willen gekommen seien. Gleichzeitig ermutigte sie sie, sich gegen die Registrierung zu wehren. Die Partei argumentiert, dass Wehrpflichtige nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügten, um die moderne Ausrüstung der Bundeswehr zu bedienen.

Daniel Lücking, ein ehemaliger Soldat und Berater der Linken, berichtete von seinen Erfahrungen in Afghanistan, wo er in der psychologischen Kriegsführung tätig war. Die Bundeswehr nimmt derzeit aufgrund begrenzter Kapazitäten nur Freiwillige für bestimmte Positionen auf. Mit knapp 186.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten hat sie das für 2026 gesetzte Mindestziel bereits erreicht.

Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, schlug vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern, das auch im militärischen Bereich abgeleistet werden könnte.

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Die Linke lehnt die Wehrpflicht weiterhin ab und verweist auf Bedenken hinsichtlich der Effektivität und der individuellen Freiheit. Die Bundeswehr hält indes an ihren aktuellen Personalzahlen fest und berücksichtigt nur Freiwillige für spezifische Aufgaben. Die Debatte über den Wehrdienst und mögliche Alternativen bleibt damit weiter aktuell.

Quelle