16 April 2026, 10:03

RAW-Gelände in Berlin: Droht das Ende der legendären Clubkultur?

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken und Taschen sind verstreut, vor Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

RAW-Gelände in Berlin: Droht das Ende der legendären Clubkultur?

Mehrere bekannte Clubs auf dem Berliner RAW-Gelände stehen vor der drohenden endgültigen Schließung, nachdem ihr Vermieter Schritte eingeleitet hat, um ihren Betrieb zu beenden. Die familiengeführte Firma Kurth, der das Gelände gehört, verweigert die Verlängerung der Mietverträge und hat Genehmigungen widerrufen – Locations wie Crack Bellmer und Cassiopeia befinden sich damit in einer rechtlichen Grauzone. Nun wehren sich Aktivist:innen und lokale Politiker:innen mit Protesten und politischem Druck, um das kulturelle Zentrum zu retten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Konflikt begann Ende letzten Jahres, als Kurth sich weigerte, die kurzfristigen Mietverträge mehrerer Clubs und Kulturstätten zu verlängern. Das Unternehmen, das das RAW-Gelände seit 2015 besitzt, plant nun, das Areal in Wohnraum umzuwandeln – trotz eines Bezirksverbots für solche Bauvorhaben. Ohne gültige Genehmigungen betreiben die betroffenen Locations ihren Betrieb illegal, ihre Zukunft ist ungewiss.

Es gibt einen Entwurf für eine Vereinbarung, die Kurth die Entwicklung ermöglichen würde – allerdings nur unter der Bedingung, dass soziokulturelle Einrichtungen für mindestens 30 Jahre geschützt bleiben. Doch die Verhandlungen stocken daran, wie schnell dieser Deal in einen verbindlichen, rechtlich abgesicherten Plan umgesetzt werden soll. Kurth hat eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt und warnt, dass Verzögerungen das gesamte Projekt gefährden könnten.

Die Clubbetreiber:innen sehen sich zwischen der Grundbesitzerin und dem Bezirk eingeklemmt und fürchten, dass die Verhandlungen scheitern. Als Reaktion haben Aktivist:innen für Samstag eine Demonstration in Form einer Rave-Veranstaltung organisiert, unterstützt von lokalen Parteien wie SPD, Grünen und der Linken. Ihr Ziel: die Verantwortlichen unter Druck setzen, um die kulturelle Zukunft des Geländes zu sichern, bevor die Zeit davonläuft.

Das Schicksal des RAW-Geländes hängt nun davon ab, ob der Bezirk und Kurth bis Monatsende eine Einigung erzielen. Gelingt dies nicht, drohen den Clubs dauerhafte Räumungen – und die lebendige Kulturszene der Fläche könnte verschwinden. Die Entscheidung wird zeigen, ob der Wohnungsbau voranschreitet oder ob Berlins ikonisches RAW-Gelände weiter ein Zuhause für Nachtleben und Kunst bleibt.

Quelle