Reichstag wird zur digitalen Festung – Klöckners Milliardenplan gegen Cyberangriffe
Emma KochReichstag wird zur digitalen Festung – Klöckners Milliardenplan gegen Cyberangriffe
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat Pläne für eine grundlegende Modernisierung der digitalen Infrastruktur des Reichstagsgebäudes vorgestellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Abwehr gegen Cyberbedrohungen zu stärken und gleichzeitig die Kontrolle über den Datenzugriff zu verschärfen. Beamte bezeichnen das Projekt als eine mehrjährige Großbaustelle von erheblicher Tragweite.
Im Rahmen der Sanierung werden 3.800 Kilometer Kupferkabel – eine Länge, die den Grenzen Deutschlands entspricht – sowie 300 Kilometer Glasfaserleitungen ersetzt. Zudem werden Hunderte von Servern und 300 Datenverteilungseinheiten auf den neuesten Stand gebracht. Der Umfang der Arbeiten spiegelt die Komplexität wider, die mit der Modernisierung der IT-Systeme eines historischen Bauwerks einhergeht.
Die Initiative folgt einer neuen "3-S-Strategie": Sicherheit, Souveränität und Service. Der digitale Zugriff wird stärker eingeschränkt, um die Abhängigkeit von externen Anbietern zu verringern. Ziel ist es, sensible Daten strenger zu kontrollieren und gleichzeitig Informationen mit Nachrichtendiensten auszutauschen, um mögliche Risiken unter Besuchern frühzeitig zu erkennen.
Klöckner drängt auf eine zügige Genehmigung des Digitalplans in der Hoffnung, dass die Bauarbeiten noch vor dem Sommer beginnen können. Zudem erwartet sie, dass die Fraktionen bis Jahresende das Bundestagspolizeigesetz finalisieren, um die Sicherheitsmaßnahmen weiter mit der Sanierung in Einklang zu bringen.
Die Aufrüstung des Reichstags markiert einen Wandel hin zu strengerem Datenmanagement und höherer Cyberresilienz. Nach Abschluss des Projekts soll das System externe Abhängigkeiten reduzieren und gleichzeitig eine engmaschigere Überwachung des Gebäudezugangs ermöglichen. Die Abgeordneten gehen davon aus, dass die Änderungen in den kommenden Jahren vollumfänglich wirksam werden.






