04 April 2026, 22:02

Sachsen-Anhalt streikt: Arbeiter kämpfen gegen Ost-West-Lohnkluft bei Schwarz Gruppe

Schwarz-weiß-Etching eines Mannes, der eine Schubkarre mit Kohle durch eine Fabrik schiebt, mit Rauch, der aus einem Schornstein aufsteigt und verstreuten Gegenständen im Hintergrund.

Sachsen-Anhalt streikt: Arbeiter kämpfen gegen Ost-West-Lohnkluft bei Schwarz Gruppe

Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt streiken diese Woche für gerechte Löhne

In Sachsen-Anhalt legen Beschäftigte diese Woche die Arbeit nieder, um gegen die anhaltenden Lohnungleichheiten zwischen Ost und West zu protestieren. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat Streiks an zwei Standorten der Schwarz Gruppe in der Region organisiert. Die Mitarbeiter wehren sich gegen Bezahlung, die deutlich unter den Sätzen in Westdeutschland und selbst im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern liegt.

Die Arbeitsniederlegungen begannen heute bei Bonback, einem Zulieferer für Bäckereien im Star Park Halle Queis. Das ursprünglich als ARTIback bekannte Unternehmen wurde vor zwei Jahren von der Schwarz Gruppe – zu der auch Lidl und Kaufland gehören – übernommen und später in BONBACK umbenannt. Die Beschäftigten streiken zwei Tage lang unter dem NGG-Motto "Reißt die Lohnmauer nieder!"

Parallel dazu findet bei MEG, einem Getränkehersteller der Schwarz Gruppe in Weißenfels, ein dreitägiger Warnstreik statt. Laut NGG liegen die Monatsverdienste in Sachsen-Anhalt teilweise bei nur 900 Euro – ein Bruchteil dessen, was Beschäftigte derselben Konzerne in westdeutschen Bundesländern erhalten. Gewerkschaftsvertreter betonen: "Wir weigern uns, die Billiglohnregion des Ostens zu bleiben."

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Offizielle Statistiken bestätigen die eklatanten Unterschiede: Das mediane Bruttogehalt für Vollzeitkräfte in Sachsen-Anhalt lag 2024 bei 3.353 Euro – der niedrigste Wert aller Bundesländer. Spitzenreiter waren Hamburg (4.527 Euro), Baden-Württemberg (4.356 Euro) und Hessen (4.325 Euro). Im Osten betrug das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen 2024 rund 50.600 Euro21 Prozent weniger als im Westen (64.000 Euro). Zwar zeigen bundesweite Tarifabschlüsse, etwa für Bäcker, die von 2.426 Euro (2022) auf 2.715 bis 3.243 Euro (2025) steigen, Fortschritte. Doch spezifische Daten für Sachsen-Anhalt fehlen weiterhin.

Die NGG-Streiks richten sich gezielt gegen die Lohnkluft zwischen ost- und westdeutschen Beschäftigten der Schwarz Gruppe. Da Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern mit den niedrigsten Einkommen gehört, fordert die Gewerkschaft eine Angleichung. Das Ergebnis dieser Proteste könnte wegweisend für künftige Tarifverhandlungen in der regionalen Lebensmittel- und Getränkebranche sein.

Quelle