Schilf-Glasflügelzikade bedroht Ernten: Warum Landwirte in Sachsen-Anhalt alarmiert sind
Lukas HoffmannSchilf-Glasflügelzikade bedroht Ernten: Warum Landwirte in Sachsen-Anhalt alarmiert sind
Winziges Insekt bereitet deutschen Landwirten große Sorgen
Die Schilf-Glasflügelzikade, ein kleiner Schädling, verbreitet sich zunehmend in Monokulturen und richtet in Sachsen-Anhalt erhebliche Schäden an Zuckerrüben und Kartoffeln an. Ihre rasche Anpassung an moderne Anbaumethoden hat vor den anstehenden Landtagswahlen eine Debatte über Pestizidregeln und landwirtschaftliche Praktiken entfacht.
Die Zikade gedeiht besonders in großflächigen Agrarsystemen. Ihre Larven überwintern im Boden, ernähren sich von Wurzeln, während die ausgewachsenen Tiere in Rüben-, Kartoffel- und Gemüsefelder einwandern. Dort übertragen sie Pflanzenkrankheiten, die Ertrag und Qualität der Ernte mindern.
Landwirte setzen Pestizide ein, um befallene Felder zu schützen und wirtschaftliche Verluste abzuwenden. Doch die EU hat viele Neonikotinoide – gängige Mittel gegen den Schädling – wegen ihrer schädlichen Wirkung auf Bestäuber verboten oder eingeschränkt. Dennoch ermöglichen Notfallzulassungen weiterhin ihren Einsatz.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert eine dauerhafte Zulassung dieser Chemikalien. DBV-Präsident Joachim Rukwied warnte, dass ohne sie Grundnahrungsmittel wie Zuckerrüben und Kartoffeln von deutschen Äckern verschwinden könnten. Wenke Dargel von der Linken, Kandidatin für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, hingegen plädiert für strengere Auflagen.
Alternative Lösungen wie längere Fruchtfolgen oder Mischkulturen könnten den Befall reduzieren – doch sie stehen im Widerspruch zu den Anforderungen der industriellen Landwirtschaft nach standardisierter Produktion und globalen Lieferketten.
Die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade verschärft den Druck auf die Pestizidpolitik. Während Landwirte auf chemischen Pflanzenschutz pochen, fordern Kritiker ökologische Reformen. Mit den bevorstehenden Wahlen bleibt die Diskussion über Pflanzenschutzregeln – und die Zukunft der deutschen Landwirtschaft – ungelöst.






