14 April 2026, 16:03

Sondervermögen 2025: Warum Schulen trotz Milliarden leer ausgehen

Eine Gruppe von Menschen mit Masken und Schildern protestiert vor einem Gebäude mit Glaswänden und -türen, mit Schildern, Kameras und einem Hund.

Sondervermögen 2025: Warum Schulen trotz Milliarden leer ausgehen

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen im Jahr 2025 scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands floss zu wenig des geliehenen Geldes in die dringend notwendige Verbesserung der Schulen. Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts bestätigen diese Bedenken nun: Ein Großteil der Schulden diente demnach lediglich dazu, bestehende Ausgaben zu ersetzen, statt neue Projekte zu finanzieren.

Der DPhV hatte gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Sanierung und Modernisierung von Schulen bereitzustellen. Doch Artikel 143h des Grundgesetzes schreibt vor, dass diese Mittel ausschließlich für zusätzliche Investitionen verwendet werden dürfen – eine Auflage, die nach Ansicht des Verbands im vergangenen Jahr nicht erfüllt wurde.

Aktuelle Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Probleme: Allein bei Schulgebäuden besteht in den Kommunen ein Investitionsstau von 67,8 Milliarden Euro. Der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro vorsieht, deckt hingegen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs ab und wird zudem für strukturelle Schwächen kritisiert.

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, die Bundesvorsitzende des DPhV, warnte, dass künftige Generationen die Schulden zurückzahlen müssten, ohne spürbare Verbesserungen an ihren Schulen zu erleben. Der Verband fordert die Bundesländer nun auf, sich zusammenzuschließen und Bildung im Rahmen des Sondervermögens Priorität einzuräumen. Bisher ist nur ein geringer Teil der Mittel in die Bildungsinfrastruktur geflossen.

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Die Kritik fällt in eine Zeit, in der Studien bestätigen, dass die Kreditaufnahme 2025 weitgehend keine zusätzlichen Investitionen brachte. Angesichts der weiterhin enormen Sanierungsrückstände an Schulen pocht der DPhV auf eine abgestimmte Vorgehensweise, um die Gelder dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt werden. Ohne Kurskorrektur droht sich die Kluft zwischen Schuldenlast und sichtbarem Fortschritt im Bildungsbereich weiter zu vergrößern.

Quelle