Spionagevorwürfe erschüttern CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Stjepan HeinrichSpionagevorwürfe erschüttern CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken gerät unter den Verdacht, in chinesische Wissenschaftsspionage verwickelt zu sein. Eine Untersuchung des Handelsblatts deckte Bedenken auf, dass sensible Daten und Fachwissen nach China transferiert wurden. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat daraufhin eine externe Prüfung angeordnet, um die Vorwürfe zu klären.
Das 2011 gegründete CISPA wurde 2019 in die Helmholtz-Gemeinschaft aufgenommen. Nun sieht sich das Zentrum mit Kritik konfrontiert, nachdem Berichte auf ungewöhnliche Personalstrukturen in seinen Forschungsgruppen hinwiesen: In einer Gruppe stammten 18 von 19 Mitgliedern aus China, eine andere bestand ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen – einige mit Verbindungen zur Rüstungsindustrie des Landes.
Als Vorsichtsmaßnahme wurde der Direktor Michael Backes vorläufig von seinen Aufgaben entbunden. Er unterstützte diese Entscheidung und begrüßte die Sonderprüfung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, bevor es offiziell Stellung bezieht.
Trotz der Kontroverse laufen die Pläne für einen Neubau des CISPA im Wert von 350 Millionen Euro weiter. Die Sonderprüfung wird über die nächsten Schritte für das Zentrum und seine Führung entscheiden. Betrieb und zukünftige Projekte könnten durch die Ergebnisse der Untersuchung beeinflusst werden. Das BMBF hat seine Entscheidung bis zum Abschluss der Prüfung zurückgestellt.
