30 April 2026, 10:03

Steuerreform droht: Krypto-Anleger müssen mit drastischen Änderungen rechnen

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierungen von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere auf einem weißen Hintergrund.

Steuerreform droht: Krypto-Anleger müssen mit drastischen Änderungen rechnen

Deutschlands aktuelle Steuerregeln für Kryptowährungen heben sich in Europa hervor. Anleger zahlen keine Steuern auf Gewinne, wenn sie digitale Vermögenswerte mindestens ein Jahr lang halten. Doch diese Befreiung könnte bald Geschichte sein, denn die Regierung sucht nach Wegen, die Staatseinnahmen zu erhöhen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Reformen vorgeschlagen, die die Besteuerung von Kryptowährungen verschärfen könnten. Ziel ist es, durch strengere Kontrollen und neue Regelungen bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro einzunehmen. Nach dem derzeitigen System in Deutschland sind Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei, wenn die Anleger die Assets mindestens zwölf Monate halten. Diese Regelung unterscheidet sich von den meisten EU-Ländern, wo Kryptoerträge oft wie andere Kapitalerträge besteuert werden. Bei kurzfristigen Verkäufen innerhalb eines Jahres fällt die Einkommensteuer an – allerdings bleiben Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei.

Nun prüft die Regierung Änderungen, darunter eine pauschale 25-prozentige Abgeltungsteuer auf Kryptogewinne – ähnlich wie bei Aktien. Zusätzlich könnten der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer fällig werden. Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Betrifft die Reform auch Anleger, die bereits Kryptowährungen besitzen?

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Ein neues EU-Gesetz erhöht den Druck auf Deutschland. Krypto-Dienstleister müssen künftig Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzeridentitäten melden. Diese Transparenz erschwert es, Gewinne vor dem Fiskus zu verbergen. Klingbeils Plan sieht zudem schärfere Prüfungen und härtere Strafen für Steuerhinterzieher vor.

Die Vorschläge müssen noch beschlossen werden. Abgeordnete im Bundestag und Bundesrat müssen die Pläne debattieren und konkrete Gesetze ausarbeiten. Die Abschaffung der steuerfreien Haltefrist könnte zur wichtigsten neuen Einnahmequelle für den Staat werden. Falls die Reformen durchkommen, wäre das ein radikaler Wandel der deutschen Krypto-Steuerpolitik. Anleger müssten mit höheren Abgaben rechnen, während die Regierung Steuerlücken schließen und die Compliance erhöhen will. Die endgültige Entscheidung liegt beim Parlament, das über die genauen Regelungen entscheiden wird.

Quelle