Streit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende entbrannt
Stjepan HeinrichStreit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende entbrannt
Ein Plan zur Kürzung der Vorschussunterhaltszahlungen für Alleinerziehende hat im Bundestag eine hitzige Debatte ausgelöst. Die kommunalen Spitzenverbände hatten die Einschnitte vorgeschlagen und begründen dies mit stark gestiegenen Kosten seit der Reform von 2017. Kritiker aus mehreren Parteien verurteilen den Vorstoß nun als Belastung für bedürftige Familien.
Die Reform von 2017 hatte die Unterstützung ausgeweitet, indem sie das Höchstalter für anspruchsberechtigte Kinder von 12 auf 18 Jahre anhob. Zudem strich sie die bisherige sechjährige Begrenzung der Leistungen. Seither berichten die Kommunen von einer Vervierfachung der Ausgaben.
Die geplanten Kürzungen stoßen auf breite Ablehnung im politischen Spektrum. Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, bezeichnete die Zahlungen als "überlebenswichtige Unterstützung" für Alleinerziehende. Sie betonte, dass jede Kürzung gefährdete Familien in Not bringe.
Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion, nannte den Plan "eine absolute Schande". Sie warnte, dass kurzfristige Einsparungen langfristig höhere Kosten für die Gesellschaft nach sich ziehen könnten. Stattdessen forderte sie schärfere Maßnahmen gegen Eltern, die Unterhalt zahlen könnten, dies aber nicht täten.
Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, argumentierte, dass die Kürzungen Hunderttausende Kinder und ihre alleinerziehenden Eltern treffen würden. Auch Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte den Vorschlag ab und bestand darauf, dass Einsparungen stattdessen in anderen Bereichen erfolgen müssten.
Der Bundestag bleibt in der Frage der Zukunft des Unterhaltsvorschusses gespalten. Während die Kommunen angesichts der seit 2017 stark gestiegenen Kosten auf Kürzungen drängen, verteidigen Abgeordnete mehrerer Parteien das bestehende System. Die Entscheidung wird maßgeblich darüber bestimmen, wie viel Unterstützung Alleinerziehende und ihre Kinder in den kommenden Jahren erhalten.






