27 April 2026, 16:17

Tesla in Grünheide: Wie Fehlzeiten von 17 auf 5 Prozent sanken – doch zu welchem Preis?

Liniengraph, der die Trends bei insgesamt arbeitslosen Personen, Stellenangeboten und Kündigungen im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Tesla in Grünheide: Wie Fehlzeiten von 17 auf 5 Prozent sanken – doch zu welchem Preis?

Teslas Werk in Grünheide verzeichnet drastischen Rückgang der Krankschreibungen – von 17 Prozent im vergangenen August auf unter 5 Prozent heute. Die Firma führt diese Entwicklung auf eine neue Unternehmenskultur zurück, in der Mitarbeiter nun freiwilliger zur Arbeit erscheinen. Doch die Methoden, mit denen dieser Rückgang erreicht wurde, werfen rechtliche Fragen auf.

Um die Fehlzeiten zu senken, führte Tesla eine Reihe von Anreizen ein, darunter ein Mitarbeiteraktienprogramm, ein betriebsinternes Fitnessstudio sowie Zusatzleistungen wie einen Friseursalon. Gleichzeitig verschärfte das Unternehmen seine Haltung gegenüber Krankschreibungen. Beschäftigte, die weiterhin Lohnfortzahlung erhielten, erhielten Schreiben, in denen sie gewarnt wurden, dass die Zahlungen eingestellt würden, sofern sie keine detaillierten Berichte über ihre Symptome vorlegten. Einige wurden sogar aufgefordert, die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben.

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Nach deutschem Arbeitsrecht müssen Arbeitgeber bei Krankheit bis zu sechs Wochen lang den Lohn weiterzahlen – sofern es sich nicht um eine neue Erkrankung handelt. Zwar erlaubt das Bundesarbeitsgericht Unternehmen, die Echtheit von Krankschreibungen zu hinterfragen, doch Arbeitsrechtler halten Teslas Forderungen für überzogen. Das Unternehmen steht bereits wegen seiner Vorgehensweise in Konflikten mit Betriebsräten und Gewerkschaften.

Die Unternehmensführung behauptet, die Maßnahmen hätten einen kulturellen Wandel bewirkt: Die Belegschaft sei nun motivierter, zur Arbeit zu erscheinen. Der Rückgang der Fehlzeiten scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Kritiker jedoch warnen, dass die Methoden die Rechte der Beschäftigten verletzen könnten.

Der Rückgang der Krankschreibungen geht einher mit neuen Sozialleistungen und einer strengeren Krankschreibungspolitik. Teslas Vorgehen hat zwar kurzfristige Personalengpässe verringert, setzt das Unternehmen aber rechtlichen Risiken aus. Gewerkschaften und Betriebsräte bestreiten weiterhin die Fairness der angewandten Methoden.

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