02 April 2026, 14:02

Theaterprojekt in Jugendhaft gibt Inhaftierten neue Hoffnung auf Resozialisierung

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit einem Textblatt und einem Logo.

Theaterprojekt in Jugendhaft gibt Inhaftierten neue Hoffnung auf Resozialisierung

Einzigartige Theateraufführung in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden

Letzte Woche fand in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden eine außergewöhnliche Theateraufführung statt. Rund 80 Zuschauer verfolgten, wie junge Inhaftierte in DNA auftraten – ein Stück über Gruppendynamik und Gewalt unter Jugendlichen. Die Veranstaltung war Teil des jährlichen Rehabilitationsprogramms der Anstalt, das mit theaterpädagogischen Mitteln die Gefangenen auf ein Leben nach der Entlassung vorbereitet.

Das Publikum belohnte die Darsteller und Techniker am Ende mit lang anhaltendem Applaus und mehrfachem Vorhang. Die Vorstellungen sind stets innerhalb weniger Tage ausverkauft – ein Zeichen für das große öffentliche Interesse an dem Projekt.

Das Stück DNA des britischen Autors Dennis Kelly wurde in diesem Jahr von Regisseur Matze Vogel ausgewählt. Es thematisiert, wie Gruppenzwang und kollektives Verhalten unter Heranwachsenden in eskalierende Gewalt umschlagen können. Die Inhaftierten probten monatelang für die Aufführung auf der hauseigenen Studiobühne – die einzige ihrer Art in einer deutschen Justizvollzugsanstalt.

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Für die jungen Schauspieler geht das Erlebnis weit über bloße Unterhaltung hinaus. Ein Darsteller, der nur unter dem Kürzel J. genannt wird, beschrieb das Theater als etwas, das ihm ein Gefühl von Freiheit gebe. Ein anderer, E., erklärte, dass ihn das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen dabei helfe, die eigenen Emotionen besser zu verstehen. Das Programm zielt darauf ab, durch kreative Ausdrucksformen soziales Verantwortungsbewusstsein zu fördern.

Vogel, der bereits frühere Produktionen inszeniert hat, plant für das nächste Stück mit einer kleineren Besetzung zu arbeiten. Seit 2008 bringt die Anstalt jährlich eine Aufführung auf die Bühne und nutzt das Theater als festen Bestandteil ihrer Resozialisierungsmaßnahmen.

Die Veranstaltung endete mit stehenden Ovationen – ein Beweis für die Wirkung des Programms auf Darsteller und Zuschauer gleichermaßen. Das Theater bleibt ein zentrales Werkzeug in der Rehabilitationsstrategie der Anstalt und bietet den Inhaftierten die Möglichkeit, Fähigkeiten zu entwickeln und ihr Verhalten zu reflektieren. Die nächste Produktion wird die Tradition fortsetzen, allerdings mit einem kleineren Ensemble.

Quelle