Umfrage zeigt: Deutsche erwarten AfD-Ministerpräsidenten nach Herbstwahlen 2026
Stjepan HeinrichUmfrage zeigt: Deutsche erwarten AfD-Ministerpräsidenten nach Herbstwahlen 2026
Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass die Deutschen in diesem Herbst mit einer deutlichen Machtverschiebung in der Politik rechnen. Die Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, ergab, dass fast sieben von zehn Befragten glauben, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) werde nach drei anstehenden Landtagswahlen mindestens ein Ministerpräsidentenamt erringen. Die Ergebnisse zeigen eine wachsende Erwartungshaltung gegenüber dem Einfluss der Partei auf kommunaler Ebene.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 mit 1.003 Teilnehmern durchgeführte Umfrage offenbart gespaltene Meinungen zur möglichen Rolle der AfD. Während 41 Prozent der Befragten erwarten, dass die Partei eine Landesregierung anführen wird, gehen 28 Prozent davon aus, dass sie in mehreren Bundesländern die Führung übernehmen könnte. Sollte die AfD als stärkste Kraft ohne absolute Mehrheit aus den Wahlen hervorgehen, würden 36 Prozent eine Zusammenarbeit mit ihr befürworten – doch 40 Prozent würden stattdessen eine Koalition aus Christlich Demokratischer Union (CDU) und Linken vorziehen.
Unter den CDU-Anhängern zeigen sich deutliche Unterschiede: Fast die Hälfte – 48 Prozent – spricht sich für ein Bündnis mit der Linken aus, während 27 Prozent einen Pakt mit der AfD akzeptieren würden. Gleichzeitig unterstützt eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der CDU-Wähler rechtliche Schritte, um die Partei gänzlich zu verbieten.
Die Umfrage beleuchtete auch die Haltung zur politischen „Brandmauer“ gegen die AfD. Bemerkenswerte 45 Prozent sind der Ansicht, dass diese Ausgrenzungsstrategie der Partei sogar nützt. Bei der Frage nach einem vollständigen Verbot sprechen sich 38 Prozent der Deutschen dafür aus, doch 47 Prozent lehnen dies ab.
Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines Landes, das sich auf mögliche AfD-geführte Regierungen in naher Zukunft einstellt. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen wird die Debatte über Bündnisse, Verbote und politische Zusammenarbeit weiter an Fahrt aufnehmen. Die Umfrage unterstreicht die tiefen Gräben in der Wahrnehmung der Partei und ihrer Rolle in der deutschen Politik.






