UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – Markt reagiert gespalten
Lukas HoffmannUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – Markt reagiert gespalten
35-Milliarden-Übernahmeangebot für die Commerzbank durch UniCredit erschüttert deutschen Markt
Ein Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro sorgte am Montag für Bewegung am deutschen Aktienmarkt. Der vorgeschlagene Deal, der mit 30,80 Euro pro Aktie bewertet wird, trieb den DAX um 0,53 % auf 23.574 Punkte nach oben. Dennoch blieben die allgemeinen Markttrends uneinheitlich, da steigende Ölpreise Reise- und Konsumwerte belasteten.
UniCredits Angebot sieht vor, für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien auszugeben. Das Gebot, das als taktischer Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel gilt, zielt darauf ab, Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ein formelles Angebot wird für Mai erwartet – bis dahin hängt die kurzfristige Entwicklung des DAX von politischen und unternehmerischen Reaktionen ab.
Gegenwind gibt es bereits: Die Bundesregierung, die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank lehnen die geplante Übernahme entschieden ab. Derweil notiert der DAX 4,5 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten. Analysten warnen, dass ein Fall unter die Marke von 22.900 Punkten weitere Verkäufe auslösen könnte, während ein Anstieg über 24.000 Punkte technisch als Stärkesignal gewertet würde.
Jenseits des Bankensektors zeigte sich der Markt uneinheitlich: Höhere Ölpreise belasteten zyklische Werte und Reiseunternehmen – Lufthansa, TUI und Beiersdorf verzeichneten Verluste. Dagegen legte Bayer nach positiven Studienergebnissen zu, und Siemens Energy verbuchte Gewinne. Der letzte große ausländische Übernahmeversuch einer deutschen Bank liegt mehr als fünf Jahre zurück, sodass die Reaktion der Regierung in diesem Szenario ungetestet bleibt.
Das UniCredit-Angebot hat den DAX zwar leicht beflügelt, doch der Widerstand wichtiger Akteure erschwert die Zukunft des Deals. Anleger warten nun auf das formelle Angebot im Mai und die nächsten Schritte der Regierung. Vorerst bleibt der Markt vorsichtig – die Energiekosten und technische Marken prägen die allgemeine Stimmung.






