25 April 2026, 22:12

Wie die DDR Joseph Beuys 1988 doch noch ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

Plakat für die Große Ausstellung der Schönen Künste auf der Großen Ausstellung der Schönen Künste in Dresden, Deutschland, 1904, mit fettem Text, der das Ereignis ankündigt.

Wie die DDR Joseph Beuys 1988 doch noch ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys – obwohl der Künstler jahrelang als "unerwünschte Person" galt. Die unter dem Titel Beuys vor Beuys laufende Schau war von Mitte Januar bis Mitte Mai im Berliner Marstall und später in Leipzig zu sehen. Sie markierte einen seltenen Moment der Auseinandersetzung mit einem Künstler, der von der sozialistischen Kulturpolitik der DDR lange abgelehnt worden war.

Die Ausstellung entstand ursprünglich in Nordrhein-Westfalen, wo Verhandlungen begannen, sie für das DDR-Publikum anzupassen. Die Organisatoren wählten 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten aus, die alle zwischen 1946 und 1966 entstanden waren. Auffällig war, dass jede Erwähnung Beuys' als gesellschaftlich engagierter Künstler oder Demokrat getilgt wurde.

Nach Beuys' Tod 1986 konnten selbst die Kulturfunktionäre der DDR seinen Einfluss nicht länger ignorieren. Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, schrieb an das Zentralkomitee der SED und betonte die Bedeutung des Künstlers. Die Entscheidung, die Ausstellung zu zeigen, spiegelte einen vorsichtigen Wandel in der Haltung wider – wenn auch unter fortbestehenden Restriktionen.

Die Ausstellung Beuys vor Beuys bot dem DDR-Publikum einen begrenzten, aber beispiellosen Einblick in das frühe Werk des Künstlers. Vier Monate lang war sie zunächst in Berlin und später in Leipzig zu sehen. Die Schau verdeutlichte die Spannung zwischen ideologischer Kontrolle und der wachsenden Anerkennung von Beuys' Stelle in der Kunstgeschichte.

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