Wiesbaden: Gewerkschaft prangert wachsende Steuerungerechtigkeit zwischen Arm und Reich an
Lukas HoffmannWiesbaden: Gewerkschaft prangert wachsende Steuerungerechtigkeit zwischen Arm und Reich an
Gewerkschaft warnt vor steuerlicher Ungerechtigkeit in Wiesbaden – wachsende Kluft zwischen Arbeitnehmern und Vermögenden
Eine Gewerkschaft hat Alarm wegen mangelnder Steuergerechtigkeit in Wiesbaden geschlagen und vor einer sich verschärfenden Scheere zwischen Beschäftigten und Wohlhabenden gewarnt. In der hessischen Landeshauptstadt leben 154 Einkommensmillionäre, während 151.200 Einwohner in die Sozialversicherung einzahlen – ein deutlicher Beleg für die krassen Unterschiede bei der finanziellen Belastung.
Die Gewerkschaft kritisiert, dass die aktuelle Steuerpolitik Arbeitseinkommen übermäßig stark belastet. Ein durchschnittliches Paar in Wiesbaden zahle kombiniert 43 Prozent Steuern und Abgaben, während Kapitalerträge oft nur mit 25 Prozent besteuert würden. Diese Schieflage führe zu Forderungen nach einer gleichberechtigten Behandlung von Erwerbs- und Kapitaleinkünften.
Zudem nimmt die Gewerkschaft das Ehegattensplitting ins Visier: Die Regelung halte Frauen davon ab, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, und zementiere veraltete Rollenbilder. Stattdessen schlägt sie vor, das Splitting abzuschaffen und den Spitzensteuersatz für hohe Einkommen anzuheben.
Weitere Forderungen umfassen eine Vermögenssteuer, da Erbschaften und bestehendes Vermögen derzeit nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen. Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, sprach von einem "wachsenden sozialen Ungleichgewicht" und verwies auf das Verhältnis von 982 Sozialversicherungspflichtigen auf jeden Einkommensmillionär in der Stadt.
Ziel der Vorschläge ist es, die Abgabenlast für Arbeitnehmer zu verringern und gleichzeitig den Beitrag der Vermögenden zu erhöhen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte sich die Besteuerung von Einkommen und Vermögen in Wiesbaden grundlegend ändern. Der Vorstoß der Gewerkschaft spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit der finanziellen Ungerechtigkeit im Steuersystem der Stadt wider.






