Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Heinz-Walter Koch IIWirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einem drohenden Preisschock durch den Golfkonflikt. In einem aktuellen Beitrag für das Magazin Surplus fordert er dringende makroökonomische Maßnahmen, um eine Verschärfung der Krise zu verhindern. Zu seinen Vorschlägen gehören die Aussetzung strenger Schuldenregeln sowie die Einführung neuer Preisdeckel, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten.
Truger betont, dass die aktuelle Lage die Weltwirtschaft in eine weitere Rezession stürzen könnte. Um dies zu vermeiden, schlägt er vor, die während der Energiekrise eingesetzten Preisbremse für Gas, Öl und Strom wieder zu aktivieren. Diese temporären Obergrenzen sollen übermäßige Preissprünge begrenzen und gleichzeitig für Stabilität sorgen.
Zudem plädiert er dafür, die Notfallklausel der Schuldenbremse zu nutzen, um gezielte, kurzfristige Hilfen zu finanzieren. Dadurch könnten Regierungen zeitlich befristete Unterstützung leisten, ohne die langfristige Staatsverschuldung zu verschärfen. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist ein steuer- und sozialabgabenfreier Inflationsbonus, der Arbeitgeber dazu anregen soll, einmalige Zahlungen an Beschäftigte zu leisten – ohne die Inflation weiter anzuheizen.
Truger unterstreicht die Notwendigkeit eines abgestimmten Vorgehens von Regierungen und Sozialpartnern. Ihr Ziel müsse es sein, eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, bei der steigende Kosten zu endlosen Lohnforderungen und weiteren Preisanstiegen führen. Gleichzeitig warnt er vor unnötigen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die die wirtschaftliche Erholung abwürgen könnten.
Für EU-Staaten mit schwächeren Finanzen schlägt Truger vor, die Unterstützungsmechanismen nach dem Vorbild des Aufbaufonds NextGenerationEU auszubauen. Während der Pandemie half dieser Fonds notleidenden Ländern durch Zuschüsse, Kredite und gemeinsame Initiativen wie den Impfstoff-Einkauf. Ein ähnlicher Ansatz könnte nun, so Truger, eine zersplitterte Krisenreaktion verhindern.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, die Folgen steigender Preise abzumildern, ohne langfristige wirtschaftliche Schäden zu verursachen. Durch die Kombination von Preiskontrollen, gezielten Hilfen und EU-weiter Zusammenarbeit könnte seiner Meinung nach eine tiefere Krise vermieden werden. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob die Politik diese Maßnahmen umsetzt, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.






