ZDK reformiert sich radikal – Machtkampf mit ZVK eskaliert auf neuem Höhepunkt
Emma KochZDK reformiert sich radikal – Machtkampf mit ZVK eskaliert auf neuem Höhepunkt
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt, die nach eigenen Angaben mehr Transparenz schaffen und den aktuellen Anforderungen der Branche gerecht werden. Präsident Thomas Peckruhn und Vorstandsvorsitzender Jürgen Hasler präsentierten die Änderungen als unverzichtbaren Schritt zur Modernisierung des Verbandes. Doch die Spannungen mit dem rivalisierenden Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) haben nun einen kritischen Punkt erreicht.
Die im Januar beschlossenen Reformen markieren eine radikale Wende in der Arbeitsweise des ZDK. Eine personelle Verzahnung zwischen ZDK und ZVK ist künftig verboten – beide Verbände müssen strikt getrennt agieren. Ausschüssen wurden die Entscheidungsbefugnisse entzogen; sie fungieren nun nur noch als Beratungsgremien. Offizielle Stellungnahmen dürfen ausschließlich von der Verbandsführung stammen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im Oktober 2025 hatte der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK gefordert – ein Vorstoß, den Peckruhn als Versuch bezeichnete, den Verband "auszuhungern". Der ZDK konterte mit einer Umstrukturierung der Beitragszahlungen: Jede Werkstatt muss nun jährlich 100 Euro direkt an die Bonner Zentrale überweisen. Zudem wurden neue Wege geschaffen, um Werkstätten ohne Umweg über Landesverbände in den ZDK aufzunehmen und so organisatorische Abhängigkeiten zu vermeiden.
Der ZDK hat zudem die Kontrolle über seine Führungsebene verschärft. Vorstandsposten werden nicht länger wie erbliche Lehen behandelt; stattdessen entscheidet der Verband selbst über die Besetzung zentraler Positionen. Gleichzeitig hat der langjährige Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren – einer der letzten großen Konfliktpunkte zwischen den Verbänden.
Der ZDK wirft dem ZVK vor, ein "bewusst konstruiertes Szenario" geschaffen zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen. Die Reformen seien eine direkte Reaktion auf diesen Druck, heißt es.
Die Änderungen formen die Struktur des ZDK grundlegend um: Die Bindungen zum ZVK werden gekappt, die Macht zentralisiert. Werkstätten zahlen ihre Beiträge nun direkt nach Bonn, Landesverbände werden umgangen, und Führungspositionen sind keine Selbstläufer mehr. Der Streit um die Gebühren ist in den Hintergrund getreten – die beiden Verbände sind weiter voneinander entfernt als je zuvor.