Albaniens umstrittene Allianzen: Von MEK-Exilanten bis zu Kushners Luxusresort
Lukas HoffmannAlbaniens umstrittene Allianzen: Von MEK-Exilanten bis zu Kushners Luxusresort
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht selten im globalen Rampenlicht. Doch aktuelle Entwicklungen haben das Land in den Fokus gerückt – von politischen Spannungen mit dem Iran bis hin zu einem umstrittenen Luxusresort-Projekt, das mit Jared Kushner in Verbindung steht.
Tausende Mitglieder der Muǧahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe, waren 2013 nach Albanien umgezogen, nachdem sie das Camp Ashraf im Irak verlassen hatten. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die Gruppe seitdem und nutzt sie, um Teheran zu kritisieren. Er wirft dem Iran vor, Proteste zu schüren und albanische Institutionen ins Visier zu nehmen.
In einer anderen Entwicklung kündigte Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, Pläne für ein Milliardenprojekt an: ein Luxusresort auf einer geschützten Insel. Das Vorhaben, das mit seiner Investmentfirma Affinity Partners verknüpft ist, soll die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten stärken. Mit dem kürzlich begonnenen Bau entstanden Proteste, die als „Flamingo-Revolution“ bekannt wurden.
Das Resort liegt in der Nähe des Vjosa-Narta-Deltas, einem Biodiversitäts-Hotspot, der 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt wurde. Die Region ist Lebensraum für Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Ramas Regierung verlieh Kushners Firma den Status eines „strategischen Investors“ – Berichten zufolge unter Verzicht auf Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen.
Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares NATO-Mitglied, bleibt ein enger Verbündeter der USA. Doch seine Ausrichtung auf die EU wird zunehmend hinterfragt, da Ramas Politik gegenüber dem Iran und Israel von der Linie Brüssels abweicht. Das Land strebt weiterhin nach einem EU-Beitritt, während es seine westlichen Partnerschaften ausbalanciert.






