29 March 2026, 16:03

Arzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente monatelang fehlen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma Amerikaner im Jahr 2022 zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Arzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente monatelang fehlen

Arzneimittelknappheit in Deutschland hält 2025 unvermindert an

Deutsche Apotheken kämpfen weiterhin mit massiven Engpässen bei Medikamenten. Allein in diesem Jahr wurden über 1.500 Lieferengpässe gemeldet, die mehr als 1.000 verschiedene Arzneimittel betreffen. Die Krise erfasst vor allem lebenswichtige Präparate – Millionen Patient:innen haben keinen zuverlässigen Zugang zu ihrer Behandlung.

Besonders dramatisch ist die Lage bei Antipsychotika: Hier gab es 173 Meldungen zu 151 unterschiedlichen Produkten, wobei jeder Engpass im Schnitt 230 Tage anhielt. Rund eine Million Menschen, die 2024 auf diese Medikamente angewiesen waren, erlebten dadurch Behandlungsunterbrechungen. Auch Antibiotika waren mit 85 Meldungen zu 78 Präparaten betroffen – die Versorgungslücken dauerten durchschnittlich 122 Tage und trafen etwa 2,2 Millionen Patient:innen.

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Bei Antidepressiva registrierte man 130 Engpassmeldungen für 126 verschiedene Wirkstoffe, mit einer durchschnittlichen Dauer von 107 Tagen. Lipidsenker, die rund zwei Millionen Menschen einnehmen, verzeichneten 89 Meldungen zu 80 Produkten, wobei jeder Mangel etwa 156 Tage anhielt. Besonders kritisch ist die Situation bei Medikamenten wie Salbutamol oder Antiepileptika, für die es kaum Alternativen gibt.

Die deutsche Arzneimittelversorgung bleibt fragil und stark abhängig von der globalen Produktion – vor allem in Asien. Lieferkettenstörungen im Ausland wirken sich weiterhin direkt auf die lokale Verfügbarkeit aus und stellen Apotheker:innen wie Patient:innen vor große Herausforderungen.

Die anhaltenden Engpässe bedeuten für Millionen Betroffene Verzögerungen oder Schwierigkeiten bei der Beschaffung lebensnotwendiger Therapien. Da keine kurzfristige Besserung in Sicht ist, müssen Apotheken und Gesundheitseinrichtungen weiterhin mit anhaltenden Versorgungslücken umgehen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfasst zwar aktuelle Lieferengpässe, liefert jedoch keine detaillierten Vergleiche zu Vorjahren.

Quelle