Warum nur 9 % der Unternehmen ihren Mitarbeitern Wohnraum bieten – trotz klarem Nutzen
Heinz-Walter Koch IIWarum nur 9 % der Unternehmen ihren Mitarbeitern Wohnraum bieten – trotz klarem Nutzen
Nur wenige deutsche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden derzeit Wohnraum an – trotz der möglichen Vorteile. Eine aktuelle Studie zeigt, dass lediglich neun Prozent der Firmen direkte Wohnunterstützung gewähren, während weitere 21 Prozent indirekt helfen. Fachleute betonen, dass solche Angebote dabei helfen könnten, im hart umkämpften Arbeitsmarkt qualifizierte Kräfte zu gewinnen und zu halten.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen – 58 Prozent – sind überzeugt, dass Mitarbeiterwohnungen die Rekrutierung von Fachpersonal erleichtern. Weitere 55 Prozent berichten von einer besseren langfristigen Bindung der Belegschaft, wenn Wohnraum bereitgestellt wird. Dennoch planen nur vier Prozent der Firmen, in den nächsten fünf Jahren entsprechende Wohnkonzepte einzuführen.
Die größten Hürden sind Kosten und Bürokratie: Fast 40 Prozent der Unternehmen sehen den finanziellen und administrativen Aufwand als zu hoch an, während 45 Prozent Schwierigkeiten haben, passende Partner in der Wohnungswirtschaft zu finden. Zwei Drittel verweisen zudem auf den angespannten Mietmarkt als zentrales Hindernis.
Philipp Deschermeier, Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hebt den Wettbewerbsvorteil hervor, den Wohnangebote bei der Personalgewinnung bieten können. Er schlägt vor, dass klarere Richtlinien und schnellere Genehmigungsverfahren für betriebliche Wohnprojekte mehr Unternehmen zum Handeln motivieren könnten.
Obwohl Mitarbeiterwohnungen nach wie vor selten sind, sind sich Unternehmen ihrer Vorteile für Rekrutierung und Mitarbeiterbindung bewusst. Ohne Vereinfachungen bei den finanziellen und logistischen Rahmenbedingungen wird sich daran jedoch kaum etwas ändern. Derzeit bieten nur neun Prozent der Firmen Wohnraum an – ein signifikanter Anstieg ist in naher Zukunft nicht zu erwarten.






