24 March 2026, 08:01

Autohäuser in der Krise: Warum Tausende Standorte vor dem Aus stehen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines frühen Elektroautos aus den 1900er-Jahren mit schlankem, aerodynamischem Design, großem runden Scheinwerfer, geschwungener Dachlinie, vier großen Rädern, prominentem Heckmotor, hellbeigem Sitzbezug und Armaturenbrett mit Knöpfen und Hebeln.

Autohäuser in der Krise: Warum Tausende Standorte vor dem Aus stehen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert eine stärkere politische Vertretung, da die Branche vor tiefgreifenden Umbrüchen steht. Burkhard Weller, Präsident des ZDK und selbst Autohändler, warnt vor drastischen Rückgängen bei der Zahl der Autohäuser und den Serviceumsätzen, sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen.

Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und regulatorische Änderungen die Händler zwingen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken – oder riskieren, schließen zu müssen.

Weller zeichnet ein düsteres Szenario für die deutschen Autohäuser: Er erwartet, dass die Zahl der Standorte unter 12.000 sinkt und die Anzahl unabhängiger Betreiber auf weniger als 3.000 fällt. Konsolidierung und Elektrifizierung treiben diesen Rückgang voran, insbesondere da Elektrofahrzeuge die Nachfrage nach Aftersales-Services verringern.

Der ZDK-Präsident prognostiziert zudem einen Rückgang des Servicegeschäfts um 50 Prozent, falls die Elektrifizierung im aktuellen Tempo voranschreitet. Da Elektroautos weniger bewegliche Teile haben, gibt es weniger Verschleiß – und damit sinkende Einnahmen aus Reparaturen und Wartung. Die Händler müssen nun gegensteuern, indem sie Prozesse optimieren, Preise anpassen und Dienstleistungen zurückgewinnen, die an Drittanbieter verloren gingen.

In Berlin berichtete Weller von ersten Gesprächen mit Politikern und betonte, dass die direkte Einbindung von Unternehmern Gewicht habe. Er fordert klarere Regelungen für die anstehenden Förderprogramme für Elektrofahrzeuge, darunter eine zügige Umsetzung, eine rückwirkende Gültigkeit ab dem 1. Januar sowie Unterstützung für junge Gebraucht-Elektroautos. Bürokratie, so Weller, dürfe den Verkaufsprozess nicht unnötig erschweren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Seine Warnungen und Vorschläge präsentierte Weller kürzlich in einer Folge des AUTOHAUS-Podcasts, in der er die betrieblichen Herausforderungen und die politischen Forderungen des ZDK erläuterte. Die Branche, so seine Überzeugung, brauche sowohl politische Unterstützung als auch eine interne Neuausrichtung, um die Transformation zu überstehen.

Die Initiative des ZDK unterstreicht die Dringlichkeit für Autohäuser, sich zu modernisieren – oder zu schließen. Ohne politische Kurskorrekturen und Anpassungen der Geschäftsmodelle droht dem Sektor der Verlust Tausender Standorte und unabhängiger Betreiber.

Wellers Appell spiegelt die größeren Sorgen wider, die mit den Auswirkungen der Elektrifizierung auf traditionelle Dienstleistungen und Arbeitsplätze in der Automobilbranche einhergehen.

Quelle