10 May 2026, 12:03

Banaszak will Männer mit neuen Räumen für Geschlechterdebatten gewinnen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Banaszak will Männer mit neuen Räumen für Geschlechterdebatten gewinnen

Grünen-Chef Felix Banaszak will mehr Räume für Männer schaffen, um über Geschlechterfragen zu sprechen

Der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, setzt sich für mehr Angebote ein, in denen Männer offen über Geschlechterthemen diskutieren können. Sein jüngstes Engagement kommt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend der extremen Rechten zuwenden, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugen. Banaszaks Ansatz stellt einen Wandel im Vergleich zu früheren Versuchen dar – darunter eine gescheiterte Initiative vor 16 Jahren, männerspezifische Gruppen innerhalb der Grünen zu etablieren.

Kürzlich besuchte Banaszak Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Männer anbietet. Er argumentierte, solche Initiativen verdienten eine angemessene Förderung, und betonte ihre Bedeutung für werdende Väter. Seine Haltung spiegelt eine grundsätzliche Überzeugung wider: Starre Geschlechterrollen schränken Männer genauso ein wie Frauen – und Männer sollten in feministischen Debatten eine Stimme haben.

In einem Interview mit Playboy unternahm er erstmals einen prominenten Vorstoß, um der Anziehungskraft der extremen Rechten auf junge Männer etwas entgegenzusetzen. Der Schritt folgte auf Kritik, sein früherer Ton sei zu konfrontativ gewesen. Nun strebt er eine Mischung aus Entschlossenheit und Offenheit an und räumt ein, dass gute Absichten genauso wichtig sind wie harte Argumente.

Sein Einsatz für Männergespräche ist nicht völlig neu. Vor zwei Jahrzehnten trug der Fußballer Tim Wiese ohne Rücksicht auf sein Männlichkeitsimage Pink auf dem Platz. Kürzlich strich Banaszak selbst sein Büro pink – ein kleines, aber symbolträchtiges Zeichen. Doch die politischen Herausforderungen sind heute größer. Vor der Europawahl 2024 rief der AfD-Politiker Maximilian Krah junge Männer, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche haben, dazu auf, „nach rechts“ zu gehen – und präsentierte die extreme Rechte als Lösung für persönliche Frustrationen.

Die aktuelle Initiative der Grünen knüpft an eine Idee aus dem Jahr 2008 an, die damals an mangelnder männlicher Beteiligung scheiterte. Diesmal pocht Banaszak darauf, dass die Partei Umfelder schaffen muss, in denen Männer kritisch über Geschlechterrollen nachdenken können – ohne Abwehrhaltung oder Feindseligkeit.

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Banaszaks Strategie zielt auf eine wachsende Kluft: Während sich junge Männer der extremen Rechten zuwenden, bevorzugen junge Frauen deutlich linksliberale Parteien. Ob sein ausgewogener Ansatz – eine Mischung aus Herausforderung und Dialog – männliche Wähler überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Fürs Erste setzen die Grünen auf offene Gespräche, um der emotionalen Anziehungskraft der AfD etwas entgegenzusetzen.

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