20 April 2026, 18:02

Barclays hebt Commerzbank auf "Übergewichten" – Deutsche Bank wird abgestuft

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gesellichaft Berlin" darauf.

Barclays hebt Commerzbank auf "Übergewichten" – Deutsche Bank wird abgestuft

Die Commerzbank erhält Rückenwind von der britischen Großbank Barclays, die die Aktie auf "Übergewichten" hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Der Schritt fällt in eine Phase steigender Euro-Swap-Sätze, die die Zinsmarge der Bank verbessern dürften. Gleichzeitig muss die Deutsche Bank eine Herabstufung hinnehmen – Grund sind gedämpfte Gewinnprognosen.

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Die Barclays-Analystin Flora Bocahut erhöhte das Kursziel für die Commerzbank von 36 auf 42 Euro und verwies dabei auf das stärkere Gewinnwachstumspotenzial. Besonders das Replikationsportfolio der Bank in Höhe von 156 Milliarden Euro profitiere von den höheren Swap-Sätzen. Zudem hob Barclays die Gewinnschätzungen für die Commerzbank um 2 bis 8 Prozent für den Zeitraum 2026 bis 2028 an.

Die Analystin betonte zudem den Bewertungsvorteil der Commerzbank gegenüber der Deutschen Bank, die mit etwa dem Neunfachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird. Die Beteiligung der UniCredit an der Commerzbank wurde als zusätzliche Absicherung gegen Abwärtsrisiken hervorgehoben – der Aktienkurs liegt nur knapp über einem möglichen Übernahmeangebot.

Demgegenüber stufte Barclays die Deutsche Bank von "Übergewichten" auf "Marktgewicht" herab und senkte das Kursziel von 39 auf 32 Euro. Die Gewinnprognosen für die Bank, insbesondere für das erste Quartal 2026, wurden nach unten korrigiert. Die wachsende Exposition im Bereich Privatkredite (Private Credit) wurde als belastender Faktor für die Bewertung genannt.

Barclays verschob zudem die Erwartungen für eine konjunkturelle Erholung in Deutschland auf das Jahr 2027 – begründet mit geopolitischen Risiken und der Sorge vor Stagflation. Dennoch gelten beide Institute als fundamental solide. Während die Commerzbank mit besseren Wachstumsaussichten und größerer Krisenresistenz punkte, sieht sich die Deutsche Bank mit schwächeren Gewinnperspektiven und Risiken aus dem Privatkreditgeschäft konfrontiert. Die unterschiedlichen Einschätzungen fallen mit der Verschiebung der deutschen Konjunkturprognose um ein Jahr zusammen.

Quelle