19 March 2026, 16:18

Boryszew schließt beide Werke in Deutschland bis Ende 2025

Verlassene Fabrikhalle mit verstreuter Trümmern, kaputten Fenstern, Metallstangen, Deckenlampen und einem beschädigten Dach.

Kein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew schließt beide Werke in Deutschland bis Ende 2025

Boryszew Kunststofftechnik, ein wichtiger Zulieferer der Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt, wird seine beiden deutschen Werke bis Ende 2025 schließen. Die Entscheidung folgt auf gescheiterte Versuche, neue Investoren zu gewinnen, sowie einen deutlichen Rückgang der langfristigen Aufträge. Die Belegschaften an beiden Standorten wurden nun offiziell über die Schließung informiert.

Das Unternehmen, das sich auf Innenraumkomponenten für Fahrzeuge spezialisiert hat, kämpft seit Jahren mit Instabilität. Seit 2020 sank die Nachfrage nach Autoteilen in Deutschland aufgrund der Pandemie und des Halbleitermangels. Eine kurze Erholung im Jahr 2023 führte zu einer Produktion von rund 4,1 Millionen Fahrzeugen, doch der Markt schwächte sich 2024 und 2025 erneut ab. Hohe Energiekosten, die wirtschaftliche Abkühlung und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge erhöhten den Druck zusätzlich.

Steigende Rohstoffpreise, strengere Nachhaltigkeitsvorgaben und die Konkurrenz durch asiatische Zulieferer belasteten die Geschäfte von Boryszew weiter. Trotz laufender Gespräche mit potenziellen Investoren noch im Mai 2023 kam keine Einigung zustande. Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer bestätigte die schrittweise Einstellung der Produktion in den Werken Gardelegen und Idar-Oberstein bis Dezember.

Am Standort Gardelegen sind 330 Mitarbeiter beschäftigt, in Idar-Oberstein arbeiten etwa 100 Beschäftigte. Der Volkswagen-Konzern, einer der wichtigsten Kunden von Boryszew, wird von der Schließung betroffen sein. Obwohl frühere Verhandlungen gescheitert sind, sollen die Bemühungen um eine Investorenlösung fortgesetzt werden.

Die Produktion in beiden Werken wird bis Jahresende eingestellt. Die Schließung wirft über 400 Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft. Die Probleme des Unternehmens spiegeln die größeren Herausforderungen in der deutschen Automobil-Zuliefererkette wider – von Marktschwankungen bis hin zu steigenden Betriebskosten.

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