Brandenburg testet neues Notdienst-Modell für Apotheken – Entlastung oder Risiko?

Stjepan Heinrich
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Eine schwarze Oberfläche mit einem kleinen Glasfläschchen, das mit weißen Pillen gefüllt ist, neben einem Stück Papier mit der Aufschrift "Vallonia Pulchella, F.F. Müller, Deutschland, Umgebung von Magdeburg, 1931".Stjepan Heinrich

Brandenburg testet neues Notdienst-Modell für Apotheken – Entlastung oder Risiko?

Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste in Brandenburg gestartet – Entlastung für Personal und Patienten?

In Brandenburg ist ein neues Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste an den Start gegangen, das sowohl für Mitarbeiter als auch Patienten Veränderungen mit sich bringt. Die zum 1. März 2023 eingeführte Reform soll den Druck auf Apotheker verringern und gleichzeitig die zuverlässige Versorgung mit Medikamenten sichern. Doch nicht alle sind von den langfristigen Auswirkungen überzeugt.

Die Apothekerkammer Brandenburg (LAK) testet das überarbeitete Notdienstmodell bis zum 31. Dezember 2023. Kern der Neuerung: Apotheker wechseln sich nun alle 20 Tage ab – statt wie bisher im 13-Tage-Rhythmus. Eine teilweise Notdienstabdeckung wird es jedoch weiterhin nicht geben.

Peter Schmieder, Apotheker in Golzow, begrüßt die längeren Abstände zwischen den Diensten. Bisher musste er alle 13 Tage Notdienst leisten, was seine Arbeitsbelastung erhöhte. Dennoch blickt er "mit vorsichtigem Optimismus" auf die Reform und schlägt vor, Notdienste künftig stärker an Krankenhäuser anzubinden – statt Patienten weite Wege zuzumuten.

Auch aus der Politik kommt Zustimmung. Jens Dobbert, Präsident der LAK, bezeichnet die Änderungen als "notwendige strukturelle Anpassung", um die Arzneimittelversorgung zu sichern und die Resilienz der Apotheken zu stärken. Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), nennt das neue Modell gar "vergoldet" – ein Hinweis auf verbesserte Rahmenbedingungen. Sollte die Reform bestehen, könnte sich die Vergütung für Notdienste fast verdoppeln.

Ziel des Pilotprojekts ist es, die langfristige Medikamentenversorgung mit einem effizienteren Personaleinsatz zu verbinden. Doch bleibt die Sorge, ob die Maßnahmen die wachsende Belastung von Apothekerinnen und Apothekern wie Schmieder wirklich ausreichend abfedern.

Die Testphase läuft bis Ende 2023. Ihr Erfolg wird über künftige Anpassungen entscheiden. Für Apotheker bedeutet die Reform vorerst weniger Notdienste, Patienten könnten von einem stabileren System profitieren. Bei einer Umsetzung könnten zudem die finanziellen Anreize für Notdienste deutlich steigen.

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