Brandenburg testet revolutionäres Apotheken-Notdienstmodell mit längeren Rotationszeiten
Moritz MüllerBrandenburg testet revolutionäres Apotheken-Notdienstmodell mit längeren Rotationszeiten
Brandenburg testet neues Notdienstmodell für Apotheken
Als Pilotprojekt startet in Brandenburg ein neues Notdienstsystem für Apotheken. Die von der Landesapothekerkammer Brandenburg (LAK) eingeführte Reform soll die Arzneimittelversorgung verbessern und die Arbeitsbelastung des Personals verringern. Bis zum 31. Dezember 2023 wird das Modell erprobt – mit deutlichen Änderungen bei Organisation und Finanzierung der Notdienste.
Kern der Neuerung ist eine Verlängerung der Notdienst-Rotation: Statt wie bisher alle 13 Tage übernehmen Apotheken künftig nur noch alle 20 Tage den Bereitschaftsdienst. Jens Dobbert, Präsident der LAK, bezeichnete dies als "notwendige strukturelle Anpassung an moderne Anforderungen". Die neue Regelung sorge für eine gerechtere Verteilung der Dienste und entlaste die Teams.
Zudem verdoppeln sich nahezu die Vergütungen für die Notdienste. Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), nannte die erhöhten Zahlungen "üppig". Kritisch bleibt jedoch, dass Patienten künftig längere Anfahrtswege zur nächsten diensthabenden Apotheke in Kauf nehmen müssen.
Peter Schmieder, Apotheker in Golzow, begrüßt die selteneren Notdienste, zeigt sich aber zurückhaltend optimistisch. Er schlägt vor, Apotheken-Notdienste künftig an Krankenhäuser anzubinden – das könnte die Erreichbarkeit weiter verbessern und passe zu den allgemeinen Reformen in der Notfallversorgung.
Bis Jahresende wird das Pilotprojekt evaluiert. Bei Erfolg könnte das Modell zum Vorbild für die Notdienstorganisation in ganz Brandenburg werden. Im Mittelpunkt steht dabei der Ausgleich zwischen fairen Arbeitsbedingungen für das Personal und einer zuverlässigen Arzneimittelversorgung für die Patienten.






