Brandenburgs CDU will Cannabis-Teillegalisierung zurücknehmen – wegen Schwarzmarkt und mehr Verkehrsunfällen
Beatrix FiebigBrandenburgs CDU will Cannabis-Teillegalisierung zurücknehmen – wegen Schwarzmarkt und mehr Verkehrsunfällen
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann Bedenken hinsichtlich der Folgen geäußert. Die von der CDU geführte Landeskonferenz hat nun für eine Rücknahme des Gesetzes gestimmt – mit Verweis auf anhaltende Schwarzmarktaktivitäten und eine Zunahme von Verkehrsvorfällen in Verbindung mit Cannabiskonsum. Trotz der Einführung regulierter Anbauvereine argumentieren Behörden, die Reform habe den illegalen Handel nicht eindämmen können.
Die Teillegalisierung von Cannabis trat am 1. April 2024 in Kraft und erlaubte nicht-kommerzielle Anbauvereine mit bis zu 500 Mitgliedern, die Droge anzubauen und zu verteilen. In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge sind noch in Bearbeitung. Bundesweit verlaufen die Fortschritte jedoch zögerlich: Anfang 2025 hatten erst rund 150 Vereine eine vorläufige Zulassung – deutlich weniger als die geschätzten 1.000, die für die Versorgung von 4 bis 5 Millionen Konsumenten nötig wären. Während in städtischen Gebieten wie Berlin über 40 Anträge eingingen, hinkten ländliche Regionen hinterher.
Kontrollen in Brandenburgs Anbauvereinen förderten weder Verstöße noch Bußgelder zutage, was auf eine Einhaltung der Vorschriften hindeutet. Dennoch betont Redmann, das legale Angebot könne die Nachfrage nicht decken, sodass der Schwarzmarkt unverändert blühe. Er warnt, illegale Netzwerke hätten sich sogar gestärkt und nutzten den Cannabisverkauf, um den Vertrieb härterer Drogen auszuweiten.
Auch die Verkehrsdaten spiegeln wachsende Sorgen wider: Die Zahl der Verdachtsfälle von Fahren unter Cannabiseinfluss stieg 2025 um 31,5 Prozent – von 1.313 auf 1.727. Unfälle mit cannabisbeeinflussten Fahrern nahmen ebenfalls leicht zu, von 115 im Jahr 2024 auf 119 im vergangenen Jahr.
Der Vorstoß der CDU zur Abschaffung der Teillegalisierung folgt der Behauptung, die Politik habe nach hinten losgegangen. Da der Schwarzmarkt weiterhin floriert und cannabisbedingte Verkehrsvorfälle steigen, strebt Brandenburgs Landesregierung nun strengere Regulierungen an. Das weitere Vorgehen hängt jedoch von Bundentscheidungen ab, da die Länder das Gesetz nicht einseitig kippen können.






