28 March 2026, 18:15

Deutsche Industrie im Umbruch: Wachstum und Krisen nebeneinander

Schwarzes und weißes Foto eines Fabrikinneren mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, Metallstangen und -pfosten, beschriftet mit "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Deutsche Industrie im Umbruch: Wachstum und Krisen nebeneinander

Die deutsche Industrie durchläuft einen rasanten Wandel – während einige Branchen boomen, kämpfen andere mit massiven Herausforderungen. Aktuelle Studien des ifo Instituts, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Bertelsmann Stiftung zeichnen ein gemischtes Bild: Zwar verzeichnen viele Bereiche Wachstum, doch die Autoexporte bleiben ein Sorgenkind. Experten halten die Befürchtungen einer Deindustrialisierung zwar für übertrieben, betonen aber, dass die strukturellen Verschiebungen neue politische Ansätze erfordern.

In den vergangenen fünf Jahren stammten 76 Prozent der Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes aus Branchen mit steigender Nachfrage. Der Großteil der Industrieunternehmen konzentriert sich mittlerweile auf wachstumsstarke Produkte, insbesondere in der Metallverarbeitung und der Chemieindustrie. Doch die Automobilbranche bleibt ein Ausreißer: Die deutschen Pkw-Exporte nach China haben sich seit 2020 halbiert.

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Hinter dem Rückgang steht Chinas wachsende eigene Produktion, angeführt von Unternehmen wie BYD, sowie eine sinkende Auslastung der dortigen Werkskapazitäten. Bis 2025 wird die Kapazitätsauslastung voraussichtlich auf 74,4 Prozent fallen – nach 75 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig steigen Chinas eigene Fahrzeug- und Teileexporte stark an, drängen die lokale Nachfrage zurück und verschärfen die Handelskonflikte. Auch der durch die Autoindustrie geprägte deutsche Handelsüberschuss mit den USA, der 2024 bei 102 Milliarden Dollar lag, belastet die Beziehungen zusätzlich.

Forscher fordern die Politik auf, sich von der Bewahrung alter Strukturen zu lösen und stattdessen Innovation zu fördern. Ein vorgeschlagenes Modell sieht vor, Produkte in Deutschland zu entwickeln, die Produktion aber ins Ausland zu verlagern – gestützt durch funktionsfähige Kapitalmärkte, Steueranreize und flexible Regulierungen. Ziel ist es, die Industriestrategie an den globalen Wettbewerb und die sich wandelnde Nachfrage anzupassen.

Die Studien zeigen eine klare Spaltung: Während sich der Großteil der deutschen Industrie anpasst, hinkt die Automobilbranche hinterher. Ohne gezielte Reformen könnte sich die Kluft zwischen wachstumsstarken Bereichen und schwächelnden Exporten weiter vertiefen. Der Appell an innovationsfreundliche Politiken zielt darauf ab, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem sich verändernden globalen Markt zu sichern.

Quelle