Bundesregierung plant Alkohol-Verbot für Jugendliche ab 14 Jahren
Heinz-Walter Koch IIBundesregierung plant Alkohol-Verbot für Jugendliche ab 14 Jahren
Die Bundesregierung will das begleitete Trinken von Alkohol für Jugendliche ab 14 Jahren verbieten. Familienministerin Karin Prien (CDU) hat vorgeschlagen, die Ausnahmeklausel zu streichen, die es 14- und 15-Jährigen bisher erlaubt, Bier, Wein oder Sekt in Begleitung eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten zu konsumieren. Die Änderung ist Teil einer umfassenden Initiative zur Bekämpfung von Suchtgefahren bei Jugendlichen.
Der Entwurf ist in einem Gesetzentwurf zur Novellierung des Jugendschutzgesetzes festgehalten. Bisher dürfen Kinder ab 14 Jahren bestimmte alkoholische Getränke legal kaufen und trinken, sofern ein Elternteil oder gesetzlicher Vormund anwesend ist. Priens Vorstoß sieht vor, diese Regelung vollständig abzuschaffen. Sie begründet dies mit der Notwendigkeit strengerer Kontrollen, um junge Menschen vor "Alltagssüchten" zu schützen.
Der Entwurf unterstreicht die wachsende Sorge über den Alkoholmissbrauch bei Minderjährigen. In den vergangenen fünf Jahren stand die öffentliche Debatte im Zeichen verschärfter Regelungen – von einer Anhebung des gesetzlichen Mindestalters für Alkohol auf 18 oder 21 Jahre bis hin zu Preiserhöhungen und Warnhinweisen auf Verpackungen. Kampagnen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin sowie Initiativen wie HaLT – Hart am Limit treiben die Reformen voran, gestützt durch Studien der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der DAK-Suchtstudie.
Die Änderung ist Teil eines größeren Gesetzespakets zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Beteiligten und soll noch in diesem Jahr vom Bundestag verabschiedet werden. Falls das Gesetz in Kraft tritt, wäre das begleitete Trinken für 14- und 15-Jährige damit Geschichte. Die Regierung betont, dass strengere Vorschriften helfen sollen, den frühen Kontakt mit Alkohol zu verringern. Die Neuregelung ist Teil einer breiter angelegten Strategie, um Suchtrisiken bei jungen Menschen in Deutschland einzudämmen.






