26 June 2026, 18:02

Bundeswehr will bis 2035 auf 260.000 Soldat:innen wachsen – doch die Rekrutierung stockt

Nur 530 Rekruten treten der deutschen Armee im Rahmen des neuen freiwilligen Programms bei

Bundeswehr will bis 2035 auf 260.000 Soldat:innen wachsen – doch die Rekrutierung stockt

Deutschland plant, seine Streitkräfte in den kommenden zehn Jahren deutlich auszubauen. Die Bundesregierung strebt an, die Bundeswehr von derzeit 186.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre zu vergrößern. Dazu werden neue Maßnahmen zur Steigerung der Rekrutierung eingeführt, darunter die Überprüfung der Tauglichkeit junger Männer für den Militärdienst.

Im Jahr 2026 kontaktierte die Bundeswehr im Rahmen ihrer freiwilligen Nachwuchsgewinnung 298.200 18-Jährige – mit mäßigem Erfolg: Nur 530 von ihnen traten schließlich den Dienst an. Zwar zeigten zunächst 25 Prozent der Angeschriebenen Interesse, doch sank diese Quote nach weiteren Gesprächen auf 12,5 Prozent. Rund 1.500 Bewerber durchliefen anschließend eine ärztliche Untersuchung, wobei 80 Prozent als diensttauglich eingestuft wurden.

Unabhängig davon bewarben sich im ersten Halbjahr 2026 etwa 10.000 Freiwillige aus anderen Altersgruppen für den Militärdienst – ein Anstieg um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch kritisierte die Oppositionspartei AfD diese Zahlen als unzureichend, um eine schlagkräftige Reserve aufzubauen.

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Ab Juli 2027 müssen sich alle 18-jährigen Männer einer verpflichtenden ärztlichen und körperlichen Eignungsprüfung unterziehen. Wer den dafür vorgesehenen Fragebogen nicht ausfüllt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 250 Euro; bei Verstößen sind sogar strengere Sanktionen möglich. Roderich Kiesewetter (CDU) setzt sich für die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ein und argumentiert, die freiwillige Rekrutierung reiche nicht aus. Eine vollständige Rückkehr zur Pflichtdienstzeit würde jedoch der Zustimmung des Bundestags bedürfen.

Der geplante Ausbau der Bundeswehr unterstreicht Deutschlands Bestrebungen, seine Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Die neuen Rekrutierungsstrategien und Tauglichkeitsprüfungen sollen die aktuellen Personalengpässe beheben. Eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht müsste jedoch vom Parlament beschlossen werden.

Quelle